Reformationsjubiläum 2017

Mutig bekennen, friedlich streiten

Reformation Augsburg

v.li. Christiane Lembert-Dobler, Friedensbüro im Kulturamt, Elke Seidel, Kulturamt, Thomas Weitzel, Kulturreferent, Stadtdekanin Susanne Kasch, Pfarrer Frank Kreiselmeier, Götz Beck, Tourismusdirektor Regio Augsburg Tourismus GmbH

Bild: Friedensbüro im Kulturamt der Stadt Augsburg

Das Evangelisch-Lutherische Dekanat Augsburg, das Friedensbüro im Kulturamt der Stadt Augsburg und die Regio Augsburg Tourismus stellten ihr gemeinsames Programm zum Reformationsjubiläum vor.

Unter dem Motto „Mutig bekennen, friedlich streiten“ gibt es von Oktober 2016 bis Oktober 2017 zahlreiche Veranstaltungen. Diese beschäftigen sich nicht nur mit der Vergangenheit, sondern tragen auch der Gegenwart Rechnung. Dabei beleuchten sie unterschiedliche Facetten des gesellschaftlichen Miteinanders und setzen sie in Beziehung mit dem Thema „Frieden und Reformation“. Ausstellungen, Theater, Musik, Literatur und Diskussionen sollen den Diskurs der Reformation in die Gegenwart führen.

Reformationsjubiläum 2017 weltweit und in Augsburg

Das Reformationsjubiläum 2017 wird in globaler Gemeinschaft von Feuerland bis Finnland, von Südkorea bis Nordamerika gefeiert, so auch in Augsburg. „Wir feiern ökumenisch, politisch, demütig, kontrovers, fröhlich und mit vielen“, sagt Stadtdekanin Susanne Kasch. Sie freut sich auf ein Jubiläumsjahr in Augsburg, das nicht nur von Gemeindegliedern gestaltet wird, sondern in das viele Menschen unterschiedlichen Glaubens und Herkommens ihre Ideen, ihre Hoffnungen und ihre Sicht vom Leben einbringen. Ziel des Jubiläumsjahres müsse sein, „dass wir am Ende gemeinsamer unterwegs sind und nicht getrennter“, so Kasch.

 

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Das Augsburger Motto: „Mutig bekennen, friedlich streiten“

In der Lutherstadt Augsburg steht das Reformationsjubiläum 2017 unter dem Motto „Mutig bekennen – friedlich streiten“. Es nimmt Bezug auf das Augsburger Bekenntnis – Confessio Augustana – von 1530. Susanne Kasch: „Lernaufgabe der Reformation für uns heute ist, wie ein Mensch absolut glauben und dabei ganz und gar offen bleiben kann für den Glauben anderer.“ Viele Fragen der Reformation sind bis heute aktuell: Wie gehe ich mit anderen Standpunkten um? Welche Werte habe ich? Wie ist das Verhältnis von persönlichem Bekenntnis und gesellschaftlichem Frieden? Thomas Weitzel, Kulturreferent der Stadt Augsburg, betonte, dass die Stadt mit ihrem kulturellen Rahmenprogramm zum Reformationsjubiläum nicht in Konkurrenz zu anderen Lutherstädten in Deutschland treten wolle. Augsburg habe vielmehr eine „eigene Stimme und singuläre Botschaft“. In der Tradition des Friedensfestes greife die Stadt Impulse aus der Stadtgesellschaft auf und bringe verschiedene Kulturakteure zusammen.

Reformation und Tourismus

Götz Beck, Tourismusdirektor der Regio Tourismus Augsburg, präsentierte den aktuellen Augsburg-Image-Film der Stadt, der um die Lutherstätten St. Anna Kirche und das Museum Lutherstiege erweitert wurde. Martin Luther ist eine der bekanntesten Persönlichkeiten in Deutschland und mit Augsburg eng verbunden. Das Thema „Martin Luther“ habe deshalb für den Tourismus sehr hohen nationalen und internationalen Stellenwert. Augsburg sei mit seinen spannenden und reizvollen Spuren der Reformation ein interessantes Reiseziel in diesem Kontext.

Gerade für den amerikanischen Markt sei das Augsburger Bekenntnis – die Confessio Augustana – ein Begriff. Heute berufen sich weltweit 74 Millionen Christen auf das lutherische Bekenntnis der „Confessio Augustana”. Nicht zuletzt deshalb ist der kostenlose Reiseführer „Luther in Augsburg - Wege in der Reformationsstadt“ inzwischen auch auf Englisch erhältlich. In Vorbereitung auf das Jubiläumsjahr hat die Regio Augsburg Tourismus zudem Führungen zum Thema entwickelt und Workshops konzipiert, die im Fugger-Welser-Museum stattfinden.


25.10.2016 / Evangelisch-Lutherisches Dekanat Augsburg