Pressemitteilung vom 31.10.2015

Synodalpräsidentin wirbt für Pioniergeist im ländlichen Raum

Preidel sieht Gefahr in „Pessimismusfalle“

Die bayerische Synodalpräsidentin Annekathrin Preidel wünscht sich im Blick auf die ländlichen Räume in Bayern einen Perspektivwechsel. In einem Vortrag heute vor der Dekanatssynode in Dinkelsbühl sagte Preidel, dass man den ländlichen Raum keineswegs nur als „Problemzone“ sehen müsse. Man könne den ländlichen Raum auch sehen als einen „Raum der Freiheit und des Pioniergeists, als ein Raum für technische, soziale, wissenschaftliche und – ja! - auch für kirchliche Experimente.“ Denkbar im Blick auf Kinder und Jugendliche seien „Kooperationen und Vernetzungen von Kirche mit Ganztagsschulangeboten, Sportvereinen und außerschulischer Freizeitgestaltung“.

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Die größte Gefahr für die Kirche sieht Preidel derzeit in der „Pessimismusfalle“. Der häufige Blick auf Statistiken und Kirchenaustrittszahlen habe Folgen: „Das paralysiert uns“, so Preidel. „Wir trauen uns nicht zu, unter Bedingungen, die sich ändern, uns auch als Kirche zu verändern und ein lebenswerter, zukunftsfähiger Ort zu werden“. Die Konsequenz: „Wenn irgendwann nur noch diejenigen, die dafür einstehen, dass Kirche sich nicht verändert, im ländlichen Raum in den Gottesdiensten erscheinen, wird aus der Sehnsucht nach kirchlicher Heimat und Beständigkeit eine ewig gestrige, dem biologischen Untergang geweihte Volkskirche“.

Preidel kündigte an, dass sich die Landessynode bei ihrer Tagung im Frühjahr 2016 mit den ländlichen Räumen als Schwerpunktthema befassen werde. Man wolle darüber „nachdenken, wie der ländliche Raum der Kirche fit gemacht werden kann für die Zukunft“. Ihr liege sehr am Herzen, so Preidel, „dass zündende Ideen mit viel Eigenenergie umgesetzt werden können“ und die „unterschiedlichen Räume in unserer bayerischen Landeskirche voneinander lernen.“

 


31.10.2015 / München, Johannes Minkus, Pressesprecher