Pressemitteilung vom 6.8.2015

Hoffnung auf Abschaffung der Atomraketen

EKD Ratsvorsitzender Heinrich Bedford-Strohm spricht in Hiroshima am 70. Jahrestag des Atombombenabwurfs.

„Es ist höchste Zeit, die Atomwaffen abzuschaffen“, so der bayerische Landesbischof und EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm heute in der japanischen Stadt Hiroshima, auf die am 6. August 1945 die erste Atombombe abgeworfen wurde. Bedford-Strohm sprach im Rahmen einer fünftägigen internationalen Konferenz gegen Atomwaffen.

Eine neue Initiative sei dringend nötig, so Bedford-Strohm, nachdem der Atomwaffensperrvertrag und die sich anschließenden Überprüfungskonferenzen die in sie gesetzten Erwartungen nicht erfüllt hätten und die Nuklearmächte gegenwärtig mit Milliardenausgaben ihr Atomwaffenarsenal modernisierten.

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Aber es gebe Hoffnung, betonte Bedford-Strohm. Siebzig Jahre nach dem ersten Atombombenabwurf gebe es weltweit eine wachsende Mehrheit von Regierungen und zivilen Organisationen, die sich einer fortgesetzten Bedrohung durch Atomwaffen verweigern. Bereits 113 Staaten unterstützen die „Humanitäre Initiative“, angestoßen durch die österreichische Regierung. Ziel sei die rechtlich verbindliche Ächtung des Besitzes von Atomwaffen, sagte Bedford-Strohm. Dazu sei ein gemeinsames Vorgehen der Regierungen und zivilgesellschaftlichen Gruppen notwendig.

Auch wenn ein gesetzliches Verbot diese Waffen noch nicht sofort verschwinden lasse, so sei es doch die notwendige Voraussetzung für ihre Abschaffung, betonte Bedford-Strohm.

Gleichzeitig verwies der bayerische Landesbischof auf neue Herausforderungen. Die Krise in der Ukraine habe gefährliche alte Verhaltensmuster zutage treten lassen. Furcht werde geschürt, um so Unterstützung zu erhalten für eine fortgesetzte Nutzung von Atomwaffen. Darum unterstütze er die dringende Forderung des Weltkirchenrats, solche Waffen zu bannen. Die Überlebenden der Atombombenabwürfe von Hiroshima und Nagasaki seien eine lebendige Mahnung, sich dafür einzusetzen.


06.08.2015 / München, Johannes Minkus, Pressesprecher