Pressemitteilung vom 5.12.2014

Synodalpräsidentin Preidel würdigt Preisträger des landeskirchlichen Ehrenamtspreises

Ehrenamtliche Mitarbeiter geben der Kirche „Ausstrahlung und Orientierungskraft“, so Synodalpräsidentin Annekathrin Preidel, bei der Verleihung des landeskirchlichen Ehrenamtspreises in Regensburg.

Der ehrenamtliche Dienst sei eine „besonders angemessene und wesentliche Lebensäußerung der Kirche“, betonte Preidel. Mit ihrem Engagement in Gemeinden, Gremien, Verbänden und Einrichtungen, leisteten ehrenamtlich Tätige einen wesentlichen Beitrag zum „Auf- und Ausbau einer lebendigen und zukunftsfähigen Kirche“, so Preidel.

Zum Verhältnis der haupt- und ehrenamtlich in der Kirche Tätigen nahm der Regensburger Regionalbischof Hans-Martin Weiss Stellung. Die Ehrenamtlichen in der Kirche müssten nicht etwa den Hauptamtlichen zu Dienst sein, so Weiss, „sondern dass umgekehrt wir, die wir den ganzen Tag Zeit für unseren Dienst haben, Ihnen allen damit zu dienen haben.“ Letztlich geschehe jeder Dienst in der Kirche zur Ehre Gottes, betonte Weiss.

Wie der Vorsitzende des Fachbeirats Ehrenamt, Peter Pöhlmann sagte, gehe es beim Ehrenamtspreis nicht darum, die „allerbesten“ Projekte auszuzeichnen. „Die heute gewürdigten Projekte stehen stellvertretend für viele andere, die sicherlich auch einen Preis verdient hätten. Wir mussten auswählen und hatten dabei – positiv gemeint, die Qual der Wahl“.

Bereits zum fünften Mal hat die bayerische Landeskirche vorbildliche ehrenamtlich getragene Projekte mit dem Ehrenamtspreis ausgezeichnet. Der Fachbeirat Ehrenamt hatte in diesem Jahr drei Projekte ausgewählt, die Menschen und Kirche in Kontakt bringen.

Die Preise sind mit jeweils 1000 Euro dotiert.

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Die Preisträger sind:

„Neugeborenenbesuche“ der Kirchengemeinde Selbitz

Als Pendant zum Seniorenbesuchsdienst werden monatlich Neugeborene und ihre Eltern besucht. Auf dem Hintergrund des spürbaren demographischen Wandels in der Region, sollen Menschen ermutigt werden, mehreren Kindern das Leben zu schenken. Die Kirchengemeinde möchte sie dabei ganz praktisch unterstützen. Konfession oder Religion spielen keine Rolle. Die Besuchenden sind selbst junge Mütter und bringen Geschenke (gespendet von Kooperationspartnern) mit: Blumen, Gutschein für Kirchenladen, Apotheke, Geschenk der Kirchengemeinde. Außerdem wird zur Krabbelgruppe und in die Gemeinde eingeladen.

Votum des Fachbeirats:

„Sie besuchen nun schon seit einigen Jahren die Familien bzw. Mütter, die ein neugeborenes Kind haben. Sie haben Erfolg und gleichzeitig im Gemeindeleben wieder mehr Zulauf in den Krabbelgruppen, auch nach der Veränderung mit der steigenden Zahl der Krippenplätze versuchen sie, die Begegnung der Kinder, Mütter und Familien auf den Nachmittag zu legen und die weitere Anbindung an die Kirchengemeindegruppen vorzubereiten. Sie konzentrieren sich in besonderer Weise auf das wachsende Leben. Das ist eine Erfolgsgeschichte, die nachahmenswert ist.“

Kontakt:

Evang.-Luth. Kirchengemeinde Selbitz

Gerhard Stintzing / Tanja Greßmann-Gärtner

Kirchplatz 1, 95152 Selbitz

Telefon: 09280-202

Mail: pfarramt.selbitz@elkb.de

Web: www.selbitz-evangelisch.de

„Familienhaus – Haus der Generationen“ der Christuskirche Straubing

Das Familienhaus Straubing bietet Menschen aller Generationen, Nationen und Konfessionen die Chance, miteinander ins Gespräch zu kommen, voneinander zu lernen und sich gegenseitig zu unterstützen. Es ist eine Anlaufstelle für Familien in allen Fragen des Lebens. Die Kirchengemeinde hat ihr Gemeindehaus aufgegeben und sich dem Quartier geöffnet. Das Familienhaus beherbergt eine Kita, ein Begegnungscafé und wird von vielen (auch nicht-kirchlichen) Gruppen und Kreisen genutzt.

Votum des Fachbeirats:

„Besonders hat uns gefallen, dass die Gemeinde sich mit diesem Projekt ins Quartier öffnet. Hier wird durch Netzwerkarbeit nach neuen Möglichkeiten gesucht, anstatt das Gemeindehaus einfach aufzugeben. Das Begegnungscafé ist der Knotenpunkt des Netzwerks, als Anlaufstelle für alle Formen von Familien und jede Altersstufe. Das bietet darüber hinaus verschiedene Hilfsmöglichkeiten für Familien, in einer Zeit, da die eigene Verwandtschaft oft weit voneinander entfernt lebt.“

Kontakt:

Christuskirche Straubing

Hasso von Winning / Birgit Fauser

Eichendorffstr. 11, 94315 Straubing

Telefon: 09421-5686860 / Pfarramt: 09421-9119110

Mail: pfarramt@christuskirche-straubing.de

Web: www.christuskirche-straubing.de

„Tagasyl - Szenen aus dem Leben syrischer Asylanten“ der Kirchengemeinde Murnau

Mit Asylbewerbern aus Syrien wurde ein Theaterstück entwickelt, das auch Vorurteile der Dorfbewohner abbauen sollte. Außerdem ist das Theaterspiel eine Möglichkeit leere Zeit zu füllen, Gemeinschaftsgefühl zu entwickeln und die deutsche Sprache zu lernen. Kirche hat sich in diesem Projekt den Menschen zugesellt, den Asylanten und ihren Gastgebern. Auch interreligiöser Dialog hat stattgefunden. Ein Folgeprojekt ist in Planung.

Votum des Fachbeirats:

„Was hat uns bewogen das Projekt Tagasyl herauszugreifen?

Hier wird eine ganz aktuelle Problematik aufgegriffen. Asylanten werden zu Akteuren und bringen sich selbst ein - auch beim gemeinsamen Essen. So werden Vorurteile auf beiden Seiten abgebaut. Die Kirche nimmt hier diakonische Herausforderungen an und sucht sich Kooperationspartner.“

Kontakt:

Dieter Kirsch

Mail: kirsch.dieter@gmx.de

Weitere Informationen und alle Nominierten unter: http://www.ehrenamt-evangelisch-engagiert.de/ehrenamtspreis/2014/

 


05.12.2014 / München, Johannes Minkus, Pressesprecher