Pressemitteilung vom 31.7.2014

Landesbischof kritisiert deutsche Waffenexporte

Landesbischof kritisiert deutsche Waffenexporte

Ökumenischer Gottesdienst in München aus Anlass des Ausbruchs des 1. Weltkriegs vor 100 Jahren

Deutlich hat sich Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm gegen Forderungen gewandt, aus wirtschaftlichen Gründen mehr Rüstungsexporte zuzulassen. Der Landesbischof predigte heute in einem ökumenischen Gottesdienst aus Anlass des Ausbruchs des 1. Weltkriegs vor 100 Jahren. Er feierte den Gottesdienst in der Münchner Kirche St. Johann-Baptist gemeinsam mit dem emeritierten Erzbischof von München und Freising, Kardinal Friedrich Wetter.

Die Erinnerung an das „unermessliche Leid“ des 1. Weltkrieges, aber auch die gegenwärtige Spirale der Gewalt in Syrien, im Irak, in Israel und Palästina mache deutlich „wie viel Unheil Waffen anrichten“. Es sei „kaum je deutlicher geworden, wie wenig ihre Verbreitung kontrolliert werden kann“, so Bedford-Strohm.

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„Ausgerechnet jetzt“ würden Stimmen laut, kritisierte der Landesbischof, die sich „mit Hinweis auf die wirtschaftliche Bedeutung für verstärkten Rüstungsexport aus Deutschland einsetzen“. Diese Forderung stehe im Gegensatz der kirchlichen Haltung. „Mit guten Gründen fordern die Kirchen in großer ökumenischer Gemeinsamkeit genau das Gegenteil“. Wenn Waffen in Länder exportiert würden, „in denen Menschenrechtsverletzungen auf der Tagesordnung stehen“, könne die wirtschaftliche Bedeutung der Waffenproduktion in Deutschland „nie alle anderen Argumente wegwischen“. Eine „Lieferung von Waffen ohne klare Sicherungsmechanismen gegen ihre unkontrollierte Verbreitung ist ethisch nicht zu rechtfertigen“, stellte Bedford-Strohm klar.

Wo Menschen zusammenkommen, „um gegen die kalte Realität der Kämpfer“ die „sanfte Kraft der Liebe zu stellen“, verändern sie die Welt. Durch Gebete, Gottesdienste und Proteste gegen Gewalt überall auf der Welt „wird die Welt anders“, so der Landesbischof zum Abschluss.


31.07.2014 / München, Johannes Minkus, Pressesprecher