Pressemitteilung vom 22.12.2014

3300 evangelische Christen engagieren sich ehrenamtlich für Flüchtlinge

Beeindruckendes Engagement für Flüchtlinge an vielen Orten in bayerischer Landeskirche 

Rund 3300 Ehrenamtliche und 600 hauptamtlich kirchlich Beschäftigte engagieren sich für Flüchtlinge in 324 bayerischen Kirchengemeinden. Das ist das Ergebnis einer Umfrage der Kirchenleitung der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern unter allen Kirchengemeinden und kirchlichen Einrichtungen. Von den 1540 Kirchengemeinden haben bislang 324 über ihre Unterstützung für Flüchtlinge berichtet. In 112 Gemeinden werden Flüchtlinge bei Arzt- und Behördengängen begleitet. 107 Gemeinden organisieren Deutsch- und Integrationskurse. 61 Gemeinden berichten, dass sie sich um unbegleitete minderjährige Flüchtlinge kümmern.

Unterkünfte für Flüchtlinge

Bereits im vergangenen Jahr hatte die bayerische Landeskirche 10 Wohnungen aus landeskirchlichem Besitz in München, Regensburg und Seeshaupt für die Unterbringung von Flüchtlingsfamilien zur Verfügung gestellt.

Im Dekanat Nürnberg wurde das ehemalige Jugendhaus in Penzendorf für Flüchtlinge zur Verfügung gestellt. Das Jugendhaus in Altenfurt wird gerade für diesen Zweck umgebaut.
Besonders viel Platz geschaffen wurde von der Diakonie Neuendettelsau: Dort haben in zwei Häusern der Diakonie 100 Flüchtlinge eine Unterkunft gefunden. Ein kirchliches Haus in Bad Königshofen (Dekanat Bad Neustadt) bietet 80 Personen eine Unterkunft. Darüber hinaus haben eine Reihe von Kirchengemeinden einzelne Wohnungen für Flüchtlinge zur Verfügung gestellt.

 

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Hilfe für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge

Die Rummelsberger Diakonie bringt in ihren Einrichtungen bayernweit derzeit 145 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge unter. Die Kapazität wird weiter ausgebaut: Ab Mitte Januar werden von den Rummelsbergern knapp 300 unbegleitete Jugendliche betreut. Für die Unterbringung stellt beispielsweise die Evangelische Landjugend ihr Haus in Wiesenbronn zur Verfügung, in dem ab März 12 jugendliche Flüchtlinge wohnen werden. In der örtlichen Kirchengemeinde Wiesenbronn stellt man sich bereits darauf ein, die jungen Leute gut aufzunehmen.

Finanzielle Hilfe für Flüchtlinge in Bayern

Im Haushalt der bayerischen Landeskirche wurden für das Jahr 2015 insgesamt 2,1 Mio Euro für Migrationsarbeit eingestellt. Darin enthalten sind 1,35 Mio Euro für die Asylsozialarbeit – 450.000 Euro mehr als im Jahr 2014. Zusammen mit den staatlichen Mitteln können damit derzeit von diakonischen Trägern in Bayern 67 Stellen für Asylsozialarbeiter bezahlt werden.
Darüber hat die Landessynode im November beschlossen, jedem Dekanat 20.000 Euro zur Verfügung zu stellen, in dessen Gebiet demnächst eine neue Erstaufnahmeeinrichtung eröffnet werden wird. Das Geld soll den Dekanaten helfen bei der Organisation von kirchlichen Unterstützungsangeboten.

Finanzielle Hilfe für Flüchtlinge im Irak und in Syrien

Die bayerischen Landeskirche hilft nicht nur Flüchtlingen, die nach Bayern gekommen sind, sie steht auch denen bei, die im Irak und in Syrien aus ihrer Heimat vertrieben wurden und teilweise unter katastrophalen Bedingungen in Flüchtlingscamps den Winter überstehen müssen.

Für die Unterstützung von Flüchtlingen im Irak wurden in den vergangenen 12 Monaten insgesamt 1,15 Mio Euro ausgezahlt, nach Syrien flossen knapp 700.000 Euro.

 


22.12.2014 / München, Johannes Minkus, Pressesprecher