Pressemitteilung vom 2.4.2015

Leid ernst nehmen - Karfreitagspredigt der Münchner Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler

Es sei ein Segen und halte die eigene Seele gesund, wenn jemand trauern und sich den Gefühlen des Schmerzes überlassen könne, sagte Breit-Keßler heute im Gottesdienst in der Münchner St. Lukaskirche.

In ihrer Karfreitagspredigt hat die Münchner Regionalbischöfin und Ständige Vertreterin des Landesbischofs, Susanne Breit-Keßler, dazu aufgerufen, Leid ernst zu nehmen. Es sei ein Segen und halte die eigene Seele gesund, wenn jemand trauern und sich den Gefühlen des Schmerzes überlassen könne, sagte Breit-Keßler heute im Gottesdienst in der Münchner St. Lukaskirche.

Kritik äußerte Breit-Keßler an der verbreiteten Haltung, man könne Leid vermeiden - etwa durch Abtreibung behinderter Kinder oder am Lebensende durch assistierten Suizid. Breit-Keßler: „Menschen ahnen gar nicht, was sie an Hölle lostreten, wenn sie Leben qualifizieren nach lebenswert oder nicht, nach wertvoll oder überflüssig, nach kostenintensiv. Da werden Sterbehilfeorganisationen begründet, auch solche, die Geld mit dem Tod machen. Und nach wie vor steht das Volk dabei und schaut zu – wenn Menschen verfolgt und gequält, gefoltert und getötet werden, wenn Kinder missbraucht, Frauen verkauft und ganze Völker vertrieben werden.“

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Wem es dagegen gelinge, Leid anzunehmen, der werde sensibel für das, was „Menschen bedroht, gefährdet und zerstört“. Möglichkeiten, solidarisch und empathisch zu leben, gebe es vielfach, so Breit-Keßler, etwa bei den Flüchtlingen, die aus Syrien, Irak, Afghanistan und Nigeria zu uns kämen „mit ihrem Leid im Gepäck“. Jesus selbst habe am Kreuz den Tod auf sich genommen. Seitdem gelte jedem Menschen, der Leid auf sich nehme oder mit anderen teile, die „unverbrüchliche Solidarität des Mensch gewordenen Gottes“, betonte Breit-Keßler.


03.04.2015 / München, Johannes Minkus, Pressesprecher