Pressemitteilung vom 15.7.2015

"Großes Engagement für jüdische Gemeinschaft"

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, hat dem Ministerpräsidenten Horst Seehofer zur "Ohel-Jakob-Medaille" gratuliert.

Die "Ohel-Jakob-Medaille" in Gold wurde Ministerpräsident Seehofer heute von der Israelitschen Kultusgemeinde München und Oberbayern verliehen. Die Auszeichnung würdigte das große persönliche Engagement Seehofers für die jüdische Gemeinschaft in Bayern. Bedford-Strohm dankte dem Ministerpräsidenten für sein deutliches Engagement gegen Antisemitismus.

Die Medaille, die den Namen der im Jahr 2006 eingeweihten neuen Hauptsynagoge trägt, wird verliehen an Persönlichkeiten, die sich in herausragender Weise um die jüdische Gemeinschaft verdient gemacht haben. Ministerpräsident Seehofer erhält sie im Rahmen der Feierlichkeiten zur Gründung der Israelitischen Kultusgemeinde vor 200 Jahren.

Die Landeskirche werde sich ebenso wie die gesamte EKD dafür einsetzen, dass Deutschland eine Heimat sei, in der Menschen sicher und selbstverständlich leben könnten, so der Landesbischof. Er sei dankbar, dass Jüdinnen und Juden nach dem Naziterror und dem Ende des 2. Weltkrieges Deutschland wieder das "große Vertrauen geschenkt haben, bei uns als einzelne Persönlichkeiten und als Gemeinde leben zu wollen."

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Umso entschiedener müssten alle Bürger und Bürgerinnen in einem breiten gesellschaftlichen Bündnis allen Ausdrucksformen von Rassismus und Antisemitismus heute entgegentreten sagte der Ratsvorsitzende. Erst kürzlich waren die Schautafeln der Freilichtausstellung „Jüdisches Leben gestern und heute“ auf dem St.-Jakobs-Platz mit Schmierereien verunstaltet worden. Die Ständige Vertreterin des Landesbischofs, Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler, die für die Landeskirche an den Feierlichkeiten teilnehmen wird, sagte wörtlich: "Ich wünsche mir sehnlichst den Tag herbei, an dem im Freistaat, in ganz Deutschland und weltweit Jüdinnen und Juden keinen Attacken mehr ausgesetzt, sondern ganz selbstverständlich und unangefochten Teil unserer vielfältigen Gesellschaft sind."

Sie forderte dazu auf, wachsam zu sein und Zivilcourage zu zeigen. Jeder und jede müsse unüberhörbar die Stimme erheben für Mitmenschen, die bedroht werden. Orte jüdischen Lebens wie das Gemeindezentrum und die Synagoge sollten Orte gelebter Normalität sein. Sie seien mit allen Begegnungen und Gesprächen lebendiges Symbol für eine vielfältige und menschenwürdige Gesellschaft.


15.07.2015 / München, Johannes Minkus, Pressesprecher