Pressemitteilung vom 1.5.2015

"Entsetzen und Scham lassen unsere Herzen noch immer erzittern"

Regionalbischöfin Breit-Keßler gedachte am Sonntag, 3. Mai, dem 70. Jahrestag der Befreiung des KZ Dachau. Zu der Gedenkfeier waren auch Kanzlerin Merkel und Ministerpräsident Seehofer erschienen.

Zum 70. Jahrestag der Befreiung des KZ Dachau sagte die Ständige Vertreterin des Landesbischofs, Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler, das "Entsetzen und die Scham über das Unrecht, das im Namen unseres Volkes verübt wurde, lassen unsere Herzen noch immer erzittern". Gott habe dieses Leid nicht gewollt. Christen vertrauten darauf, dass die Opfer im Himmel seien, wo Menschen Gottes Güte nicht mehr zerschlagen könnten.

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Breit-Keßler gedachte in Anwesenheit ehemaliger Soldaten aus der US-Army auch der Menschen, die gegen das nationalsozialistische Regime in Wort und Tat gekämpft haben. Wörtlich sagte sie: "Wir verneigen uns in Respekt vor denen, die ihr Leben eingesetzt haben, um dem Terror ein Ende zu setzen und um Menschlichkeit neu zu leben." Die Regionalbischöfin erinnerte an die Täter, bei denen man sich bis heute frage, wie sie "jede Humanität mit Füßen treten und alles Mitgefühl verlieren" konnten.

Eröffnung NS-Dokumentationszentrum

Anlässlich der Eröffnung des NS-Dokumentationszentrums in München sagte Breit-Keßler, es habe lange gedauert, bis sich die Stadtgesellschaft mit der Rolle Münchens in der NS-Zeit auseinandergesetzt habe. Das neue Dokumentationszentrum sei ein Zeichen dafür, dass Antisemitismus, rechtsradikale Gesinnung und Fremdenfeindlichkeit keinen Platz in Stadt und Land hätten. Die evangelische Kirche als direkte Nachbarin des Dokumentationszentrums werde das Ihre tun, damit München und ganz Bayern menschenfreundlich seien und blieben: "Alle Menschen sind Gottes Geschöpfe und wir haben die Aufgabe, auf unsere Schwestern und Brüder liebevoll acht zu haben."


04.05.2015 / München, Johannes Minkus, Pressesprecher