Pressemitteilung vom 31.01.2017

Ausschreibung des Wilhelm Freiherr von Pechmann-Preises

Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern schreibt für das Jahr 2018 den Wilhelm Freiherr von Pechmann-Preis aus.

Der Preis fördert die Auseinandersetzung mit der Zeit des Nationalsozialismus. Ausgezeichnet werden – vor allem zur damaligen Rolle der Kirche - herausragende Leistungen in der historisch-wissenschaftlichen Forschung oder in Bildungsarbeit und Publizistik. Außerdem können überzeugende Beispiele für Gemeinsinn und Zivilcourage in der Gegenwart ausgezeichnet werden.

Der mit 10.000 Euro dotierte Preis wurde gestiftet zum Gedächtnis an Wilhelm Freiherrn von Pechmann (1859-1948), dem ersten gewählten Präsidenten der Landessynode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern. Pechmann war entschiedener Gegner des „Dritten Reiches“ und bekleidete - neben seinem Hauptberuf als leitender Banker – zahlreiche nationale und internationale kirchliche Ehrenämter. Der Preis würdigt seine besonderen Verdienste um Humanität und Recht, Christentum und Kirche und sein Eintreten für die Juden.

Eine Jury aus sieben namhaften Vertretern von Kirche und Wissenschaft befindet über die Zuerkennung dieser Auszeichnung.
Die vorzulegenden Arbeiten sollen in sich abgeschlossen und nicht älter als zwei Jahre sein. Der/die einreichende Bewerber/in muss Autor/in der eingereichten Arbeit sein. Die Arbeit ist zu senden an
die
Präsidentin der Landessynode
Dr. Annekathrin Preidel
Postfach 20 07 51
80007 München

Der Arbeit sind folgende Informationen beizufügen:
kurze Inhaltsangabe, Lebenslauf des Bewerbers, genaue Anschrift.
Einsendeschluss ist der 31. Juli 2017.

Mehr zum Thema

Einige Beispiele für bisherige Auszeichnungen:

1. Wissenschaft

Töllner, Axel: Eine Frage der Rasse? Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern, der Arierparagraf und die bayerischen Pfarrfamilien mit jüdischen Vorfahren im „Dritten Reich“. Stuttgart 2007 (= KoGe; 36). (Auszeichnung 2008)

Moll, Christiane (Hrsg.): Alexander Schmorell, Christoph Probst. Gesammelte Briefe. Berlin 2011 (= Schriften der Gedenkstätte Deutscher Widerstand Reihe B; 3). (Auszeichnung 2013)


2. Publizistik

Agathos, Katharina / Farin, Michael / Heim, Susanne: Die Quellen sprechen. Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933 – 1945. Eine dokumentarische Höredition. Erste Staffel 2013/1. BR Hörspiel und Medienkunst in Zusammenarbeit mit dem Institut für Zeitgeschichte. (Auszeichnung 2013)

Knetsch, Gabriele: Retterinnen ohne Ruhm. Zivilcourage im Nationalsozialismus. Hörfunksendung BR2 (Wissen und Forschung), 30. Juli 2012. (Auszeichnung 2013)

3. Bildungsarbeit

Emmi Hetzner und die Klasse M9 der Stephani-Mittelschule Gunzenhausen: „Die Geschichte jüdischer Familien und ehemals jüdischer Wohnhäuser im Gunzenhausen des 20. Jahrhunderts.“ (Auszeichnung 2011)

Dr. Jörg Skriebeleit (Erinnerungs- und Bildungsarbeit der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg) / Kerstin und Jörg Schröder (Evangelische Jugend Oberfranken): „International Youth Meeting Flossenbürg“ (Auszeichnung 2011)

4. Bürgerschaftliches Engagement und Zivilcourage

Bürgerforum Gräfenberg: „Initiative für Demokratie und gegen Rechtsextremismus“ (Auszeichnung 2009)

Bürgerinitiative „Wunsiedel ist bunt, nicht braun“ / Jugendinitiative gegen Rechtsextremismus Wunsiedel / Evang.-Luth. Kirchengemeinde Wunsiedel / Projektstelle gegen Rechtsextremismus „bunt – nicht braun“ / Evang. Bildungs- und Tagungszentrum Bad Alexandersbad für das Projekt: „Rechts gegen Rechts – Der unfreiwilligste Spendenlauf Deutschlands.“ (Auszeichnung 2016)


31.01.2017 / München, Johannes Minkus, Pressesprecher