Pressemitteilung 28.02.2017

Landeskirche eröffnet diesjährige Fastenaktion unter dem Motto "Für ein gerechtes Europa"

Die Fastenaktion der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern wird am Samstag und Sonntag, 4. und 5. März 2017, in Erlangen eröffnet. Die Landeskirche unterstützt mit der Fastenaktion im Reformationsjubiläumsjahr die Evangelische Kirche der Böhmischen Brüder.

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Der Samstag steht im Zeichen der Begegnungen. Nach der Stadtführung für die tschechischen Gäste treffen sich Vertreter von Kirche und Diakonie sowie Interessierte zum Themenabend im Haus der Kirche. Ab 18 Uhr werden politische Herausforderungen und kirchliche Fragen diskutiert, Statements "Für ein Europa der Gerechtigkeit" werden erwartet. Im Gottesdienst am Sonntag in der Neustädter Universitätskirche eröffnet Oberkirchenrat Michael Martin dann die Fastenaktion offiziell. Synodalsenior Daniel Ženatý von der Evangelischen Kirche der Böhmischen Brüder wird die Predigt halten. Den Abschluss bildet ein gemeinsames Fastenessen.

Während der Passionszeit wird in allen bayerischen Kirchengemeinden gesammelt. Mit den Spenden will die bayerische Landeskirche die Böhmischen Brüder zum Beispiel bei der Renovierung des Gemeindehauses in Havlíckuv Brod, rund 100 Kilometer südöstlich von Prag, zu einem Gemeindehaus für alle und einem Zentrum für ökologische Bildung unterstützen.

Nur etwa 20 Prozent der Bevölkerung in Tschechien gehören einer Religion an, und die Böhmischen Brüder haben insgesamt nur etwa 70.000 Gemeindeglieder. Aber sie leben ihren Glauben auch mit ihren kleinen Gemeinden, haben zum Teil eine engagierte Jugendarbeit und blicken oft auch über den Rand ihrer Gemeinde hinaus, machen Angebote von Konzerten und Mutter-Kind-Kreisen und zeigen, dass Kirche im Alltag der Menschen präsent ist. Die Kirchenleitung steht der Regierung wohlwollend kritisch gegenüber, wagt es aber auch immer wieder, gegenüber ihrer Regierung deutlich Stellung zu beziehen. In der Frage der Flüchtlingsaufnahme schrieb sie in einem Brief an den Ministerpräsidenten: „Der Tschechischen Republik fehlen politische moralische Autoritäten, die es schaffen würden, den Menschen zu sagen, dass es notwendig ist, den Flüchtlingen zu helfen.“ „Wir sind bereit zu helfen“, das ist immer wieder der Grundtenor des Schreibens. Aber die kleine Kirche braucht auch die positive Unterstützung des Staates, sie benötigt den Schutz vor Populisten, die diejenigen, die bereit sind zu helfen, öffentlich angreifen. Und sie möchte ein deutliches Signal, dass die Regierung bereit ist nach „Möglichkeiten zu suchen, wie sie anschließende Hilfe gewährt zur Integration aller“.


28.02.2017 / München, Johannes Minkus, Pressesprecher