Pressemitteilung vom 27.10.2016

„Wir fahren als ökumenisches Paket nach Malmö“

Gottesdienst mit Papst und Lutheranern am 31.10. in Schweden - Evangelische und katholische Ökumenefachleute aus München fahren gemeinsam – Gottesdienst live im Internet und bei Phoenix

Wenn am Nachmittag des 31. Oktober der Papst und die Spitzen der lutherischen Kirchen weltweit einen gemeinsamen Gottesdienst im schwedischen Lund feiern, dann werden Maria Stettner, Heinz Dunkenberger-Kellermann und Florian Schuppe im nahen Stadion in Malmö den Gottesdienst live mitverfolgen. „Bei diesem historischen Ereignis wollen wir ganz nah dabei sein“, sagt Maria Stettner. Sie arbeitet zusammen mit ihrem Kollegen Dunkenberger-Kellermann in der Ökumene Abteilung des evangelischen Landeskirchenamts in München. Zur Reisegruppe gehört auch Florian Schuppe, der Ökumenereferent der Erzdiözese München und Freising. „Wir fahren als ökumenisches Paket“, sagt Stettner. In der kleinen Gruppe wollen sie das Gleiche tun, was im Dom zu Lund passiert. „Wir blicken gemeinsam auf die Geschichte zurück, die nicht nur ruhmreich war, wir bitten einander um Vergebung und wollen gemeinsam Schritte in die Zukunft gehen“, sagt Stettner.

Noch näher dran wird der Augsburger evangelische Theologieprofessor Bernd Oberdorfer sein. Er hat einen der knappen Sitzplätze im Dom in Lund bekommen, denn Oberdorfer ist Mitglied im 48-köpfigen Rat des Lutherischen Weltbundes (LWB). Dem LWB gehören weltweit 145 Kirchen in 98 Ländern mit insgesamt 72 Millionen Mitgliedern an. Auch die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern ist Mitgliedskirche im LWB.

Er freue sich sehr, sagt Oberdorfer, dass in diesem Gottesdienst ein gemeinsamer Blick von Katholiken und Lutheranern auf die Reformation vor 500 Jahren möglich sei. Ein langer Weg der Vertrauensbildung zwischen Lutheranern und Katholiken sei zurückgelegt worden. Noch vor einigen Jahren hätten die Katholiken die Reformation vor allem als Beginn einer Kirchenspaltung gesehen, derer man eigentlich nur im Bußgottesdienst gedenken könne. Und die Lutheraner feierten ausschließlich die Wiederentdeckung des Evangeliums am Ende des dunklen Mittelalters. Dass man jetzt gemeinsam und in Anwesenheit des Papstes auf beide Aspekte blicken kann, sei ein großer Fortschritt in der Ökumene, so Oberdorfer.

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Zentrum des gemeinsamen katholisch-lutherischen Reformationsgedenkens ist der ökumenische Gottesdienst im Dom zu Lund, geleitet von Papst Franziskus, LWB-Präsident Munib Younan und LWB-Generalsekretär Martin Junge. Während des Gottesdienstes werden Papst Franziskus und LWB-Präsident Younan eine gemeinsame Verlautbarung zur Ökumene unterzeichnen. Umrahmt wird der Gottesdienst von einer Großveranstaltung in der Malmö-Arena mit 10.000 Teilnehmenden. Dort werden Papst Franziskus, LWB-Präsident Younan und LWB-Generalsekretär Junge nach dem Gottesdienst das gemeinsame Engagement in der Not- und Entwicklungshilfe von LWB-Weltdienst und Caritas Internationalis würdigen und eine Kooperationsvereinbarung in diesem Bereich vorstellen.

Weitere Teilnehmer aus Deutschland in Lund und Malmö sind: Landesbischof Dr. h. c. Frank Otfried July (Evang. Landeskirche in Württemberg, Vizepräsident des LWB), Landesbischof Gerhard Ulrich (Nordkirche, Leitender Bischof der VELKD, Vorsitzendender des Deutschen Nationalkomitees des LWB und Vertreter der EKD), Landesbischöfin Ilse Junkermann (Evangelische Kirche in Mitteldeutschland, Stellvertretende Leitende Bischöfin der VELKD), Landesbischof Dr. Karl-Hinrich Manzke (Evang.-Luth. Landeskirche Schaumburg-Lippe, Catholica-Beauftragter der VELKD, Kirchenrat Klaus Rieth (Württemberg, Vorsitzender des Geschäftsführenden Ausschusses des DNK/LWB).

Weitere Informationen:

Live-Übertragung:
Die Veranstaltung kann von circa 14:30 Uhr bis 18 Uhr im Internet als Videostream unter www.lund2016.net mitverfolgt werden. Der Gottesdienst wird auch bei Phoenix live übertragen (Sendebeginn 14 Uhr).

Materialen zum Gottesdienst:
Unter www.2017gemeinsam.de finden sich zudem liturgische Bausteine, um das Gemeinsame Reformationsgedenken in Gemeindegottesdiensten aufzunehmen.

Social Media:
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27.10.2016 / München, Johannes Minkus, Pressesprecher