Pressemitteilung vom 24.10.2016

„Die ‚Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit‘ im Freistaat ist beunruhigend hoch“

Nürnberger Regionalbischof Nitsche bewertet neue Studie

Als „beunruhigend hoch“ hat der Regionalbischof des Kirchenkreises Nürnberg, Stefan Ark Nitsche, die ‚Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit‘ in Bayern bezeichnet. Damit reagierte er auf die Ergebnisse einer repräsentativen Studie, die heute in München vorgestellt wurde. „Als Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern sehen wir uns aufgrund der Daten bestätigt in unserem langjährigen Engagement gegen Rechtsextremismus, das auch in einem eigenen, von unserer Synode verabschiedeten Handlungskonzept seinen Niederschlag fand“, äußerte Nitsche. Dies sei jedoch kein Anlass zum Stolz, sondern Ansporn, auf dem eingeschlagenen Weg beharrlich weiterzuarbeiten.

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Die vom Institut für Soziologie der Ludwig-Maximilians-Universität München erarbeitete Studie fragte unter anderem nach der jeweiligen Einstellung zu Antisemitismus, Rassismus und der Abwertung von Homosexuellen, Ausländern oder Muslimen. Die Ergebnisse erbrachten, dass ‚Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit‘ in Bayern in allen gesellschaftlichen Bereichen ein verbreitetes Phänomen sei, insbesondere im Blick auf die Abwertung von Muslimen, Sinti und Roma sowie Flüchtlingen. Bei Menschen mit hoher Bildung sowie Kontakt zu den betroffenen gesellschaftlichen Gruppen sei die ‚Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit‘ geringer.

„Misstrauen in die politischen Institutionen gehört zu den wichtigsten Gründen der Herausbildung von ‚Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit‘. Hier stehen uns allen, Politik, Religionsgemeinschaften und Zivilgesellschaft, große Aufgaben bevor“, mahnte Nitsche.

Die bayerische Landeskirche ist die erste, die eine solche Studie mit angestoßen hat – gemeinsam mit dem Diözesanrat der Katholiken der Erzdiözese München und Freising, dem DGB Bayern, dem Bayerischen Jugendring, dem BayernForum der Friedrich-Ebert-Stiftung sowie der Landeshauptstadt München. Im Internet ist sie nachzulesen unter http://www.ls4.soziologie.lmu.de/einstellungen2016.

 

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24.10.2016 / Michael Mädler, Stellv. Pressesprecher