Pressemitteilung vom 23.11.2017

Perspektivwechsel sind das Salz in der Suppe des Protestantismus

Synodalpräsidentin Annekathrin Preidel: Außenperspektive auf Kirche wahrnehmen!

„Für die Menschen der Zukunft wird die Kirche nur dann ein Thema sein, wenn sie dort etwas finden, was ihnen im Alltag fehlt“, so Synodalpräsidentin Annekathrin Preidel vor Beginn der Landessynode vom 26.-30. November in Amberg. Für sie sei klar, „dass unsere Kirche nur dann als Antwort auf die Lebensfragen der Menschen in Frage kommt, wenn wir selbst von dieser Antwort begeistert sind und Lust darauf haben, eine Kirche zu sein, die wirklich einen Unterschied macht.“

Annekathrin Preidel wünscht sich Kirchen als „Orte der heilsamen Unterbrechung des Ewiggleichen und der inspirierenden Verfremdung. Wenn die Kirche die Menschen nicht mehr überrascht, hat sie als Volkskirche keine Zukunft. Wir müssen den Menschen Lust machen, mit der altvertrauten Kirche Feste des Nichtwiedererkennens zu feiern, auf denen sich zeigt, was Kirche sein könnte.“ Dafür sei in der Kirche ein Perspektivwechsel nötig. „Perspektivwechsel sind das Salz in der Suppe des Protestantismus.“

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Die haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden in der Kirche sollten die Menschen, denen die Kirche immer fremder wird, fragen, was sie von der Kirche halten und was sie sich von ihr wünschen. „Wenn wir das tun, dann werden wir etwas Neues über uns und unsere Kirche erfahren. Wir sollten als Kirche nicht müde werden, Diskussionen darüber anzustoßen, was Menschen glauben. Die Kirche der Zukunft muss ein Ort sein, an dem nicht nur das Gute getan und über das Gute geredet wird, sondern an dem Menschen ermutigt werden, über das zu sprechen, was sie unbedingt angeht.“

Sie frage sich, so die Präsidentin der Landessynode, „wie wir in einer immer weltlicher und in christlicher Hinsicht immer sprachloser und zugleich spirituell immer bedürftiger werdenden Gesellschaft vom Evangelium Jesu reden können, ohne dieses Evangelium auf Politik und Moral zu reduzieren. Christen glauben nicht nur an die Macht einer politischen oder ethischen Veränderung der Welt. Sie glauben an Gott, der die Welt gerettet hat, die weder Politik noch Ethik retten können.“

Preidel appelliert an die Verantwortlichen in der Kirche, „ehrlich zu fragen, wofür wir unsere Ressourcen einsetzen wollen, wo wir was brauchen und wo wir was nicht brauchen. Lassen Sie uns den Mut haben, uns auf das Wesentliche zu konzentrieren, das uns Kraft gibt, statt uns Kraft zu rauben! Wenn wir dies tun, gewinnen wir als Kirche neu Profil!“


23.11.2017 / München, Johannes Minkus, Pressesprecher