Pressemitteilung vom 23.10.2018

Kirchenvorstandswahl in Bayern: Wahlbeteiligung um 35% gestiegen

Rund 75% der Wähler nutzten Briefwahl

Die Wahlbeteiligung bei den Kirchenvorstandswahlen am vergangenen Sonntag liegt mit rund 27% rund 35% über dem Wert vor sechs Jahren (19,9%). Eine besonders deutliche Steigerung war im Kirchenkreis München zu beobachten: Hier stieg die Wahlbeteiligung von 12,8% im Jahr 2006 auf 18,9% und im Kirchenkreis Augsburg von 15,8% vor sechs Jahren auf 23,0%. Zum ersten Mal in der bayerischen Landeskirche hatten die Wahlberechtigten in allen Kirchengemeinden vorab die Briefwahlunterlagen erhalten. Das wurde auch kräftig genutzt: Rund 75% der Wählerinnen und Wähler gaben ihre Stimmen per Briefwahl ab.

Ein Drittel der Kirchenvorsteherinnen und Kirchenvorsteher wurden neu gewählt, zwei Drittel sind wiedergewählt worden. Etwas angestiegen ist der Anteil der Frauen auf 53% im Vergleich zu 49% vor sechs Jahren.

Wahlberechtigt waren 2.069.812 Evangelische in Bayern in 1528 Kirchengemeinden. 17.237 Kandidatinnen und Kandidaten standen zur Wahl für 8.830 Sitze. Etwa 2000 Personen werden noch berufen. Der Kirchenvorstand ist für sechs Jahre gewählt. Wahlberechtigt war jeder getaufte Evangelische ab 16 Jahren, wer konfirmiert ist, konnte schon mit 14 Jahren wählen.

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Die höchste Wahlbeteiligung gab es in der jüngsten und ältesten Altersgruppe: Bei den 14-bis 16jährigen waren es 35%, bei den über 60jährigen hatten 34 % der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. Die niedrigste Wahlbeteiligung fand sich in der Altersgruppe von 20-40 Jahren mit 15%.

Die Wahlbeteiligung lag im Kirchenkreis Regensburg bei 20,7% (2012: 15,2 %), im Kirchenkreis Nürnberg bei 27,7% (2012: 20,1 %), im Kirchenkreis München bei 18,9% (2012: 12,8 %), im Kirchenkreis Bayreuth bei 33,2 % (2012: 25,4 %), im Kirchenkreis Augsburg bei 22,6% (2012: 15,8 %) und im Kirchenkreis Ansbach-Würzburg bei 34 % (2012:25,9 %).

0,6% der Stimmen waren ungültig. Der Anteil der nichtigen Stimmen (Briefwahl ohne Wahlschein) lag mit 3,6% erheblich niedriger als vor sechs Jahren (damals 20,6%).

Präsidentin der Landessynode Annekathrin Preidel gratulierte den Gewählten und dankte allen Kandidatinnen und Kandidaten, die sich zur Wahl gestellt hatten, sehr herzlich. Ohne Kirchenvorstände „geht nichts“, betonte Preidel. Die Wahl der Kirchenvorstände sei Ausdruck der reformatorischen Erkenntnis des Priestertums aller Getauften. Die Kirchenvorsteherinnen und Kirchenvorsteher bestimmen „den Kurs der Kirchengemeinde“, gestalten das „Netzwerk der Kirchengemeinden“ und „übernehmen nicht nur vor Ort Verantwortung, sondern haben auch Einfluss auf die Leitung ihrer Landeskirche“, denn die KirchenvorsteherInnen werden im kommenden Jahr die Mitglieder der Landessynode wählen, so Preidel.

Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm freute sich sehr über die große Beteiligung an der Kirchenvorstandswahl. „Ich danke allen, den Gewählten und den Nicht-Gewählten, herzlich für ihre Bereitschaft, ihre Zeit und ihre Energie in den Dienst unserer Kirche zu stellen. An diesem Engagement zeigt sich: unsere Kirche hat viel Kraft. Die Quelle dieser Kraft ist Jesus Christus. Er wird uns auf einen guten Weg in die Zukunft führen.“

Die neuen Kirchenvorstände treten ihr Amt offiziell am 1. Advent an.

(Alle o.g. Zahlen basieren auf den Meldungen aus 1225 von 1489 Kirchengemeinden)