Pressemitteilung vom 23.10.2017

Augsburger Friedenspreisträger Martin Junge dankt deutschen Kirchen für ihren Einsatz für Flüchtlinge

Ökumenischer Gottesdienst anlässlich der Verleihung des Augsburger Friedenspreises an den Generalsekretär des Lutherischen Weltbundes, Martin Junge

Martin Junge, Generalsekretär des Lutherischen Weltbundes und Preisträger des diesjährigen Augsburger Friedenspreises, hat den Kirchen und Gemeinden in Deutschland für ihren Einsatz für die Flüchtlinge gedankt.

In einem ökumenischen Gottesdienst aus Anlass der Preisverleihung am Samstag in der Augsburger St. Anna Kirche betonte Junge, dass das kirchliche Engagement für die Flüchtlinge „Mut und Hoffnung“ mache „bei all den befremdenden Tönen, die wir aus dem europäischen Kontext auf Weltebene hören“. Der Lutherische Weltbund betreut zurzeit ca. 2,5 Millionen Flüchtlinge weltweit und gehört damit zu den größten Partnerorganisationen des UN Flüchtlingskommissariats. 

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Martin Junge erhalte den Friedenspreis „als Brückenbauer zwischen Nord und Süd, für seinen Einsatz für die Versöhnung von Konfessionen und Religionen und für sein weltweites, entschiedenes Eintreten für Frieden, Gerechtigkeit und Menschenwürde als Grund-Konstitutivum christlicher Existenz und Grundbedingungen für ein konstruktives, menschenwürdiges Zusammenleben in Gesellschaften und Kirchen“, so der Augsburger Regionalbischof und Vorsitzende der Friedenspreis-Jury, Michael Grabow.

Gemeinschaft der Konfessionen
Die Fortschritte in der Annäherung zwischen den christlichen Kirchen standen im Zentrum der Dialogpredigt von Oberkirchenrat Michael Martin und Martin Junge. Oberkirchenrat Martin erinnerte daran, dass in Bayern Jahrzehnte lang von gegenseitiger Achtung und Liebe zwischen Katholiken und Lutheranern wenig zu spüren gewesen sei. Erst in jüngster Zeit habe „sich das Blatt gewendet“. Ökumenische Gottesdienste seien heute selbstverständlich, selbst das diesjährige Reformationsjubiläum könne man gemeinsam feiern.

Friedenspreisträger Martin Junge betonte, „dass nicht mehr der Konflikt der vergangenen Jahrhunderte unsere Gegenwart bestimmen soll, sondern die Gemeinschaft, die uns als Verheißung geschenkt ist“. Diese Zukunftsoffenheit sei im gemeinsamen Gottesdienst mit Papst und den Spitzen des Lutherischen Weltbundes am 31. Oktober 2016 in Lund spürbar geworden.

Die Fortschritte in der ökumenischen Gemeinschaft seien zuallererst der geduldigen und stillen Arbeit der ökumenischen Initiativen und Gebetsgruppen zu verdanken, aber auch den beharrlichen Dialogen der Theologen auf nationaler und internationaler Ebene.

Beide Prediger erinnerten daran, dass die Beziehung zwischen Lutheranern und Mennoniten, den Nachfahren der reformatorischen Täuferbewegung, über 400 Jahre lang von „Hass und Abneigung“ bestimmt war. Überwunden wurde die Trennung erst nach einer Aufarbeitung der schmerzhaften Geschichte und der Bitte der Lutheraner um Vergebung.

Angesichts dieser Geschichte, so Martin Junge, sei es von Bedeutung, dass der Generalsekretär der Mennonitischen Weltkonferenz, Pfarrer Dr. Cesar Garcia, die Laudatio bei der Verleihung des Friedenspreises halte.


23.10.2017 / München, Johannes Minkus, Pressesprecher