Pressemitteilung vom 23.01.2018

Bedford-Strohm: Echtes Beten ist Hören auf Gott und kein „konfessionelles Kampfbeten“

Bayerischer Landesbischof predigt im ökumenischen Gottesdienst zur Einheit der Christen heute im Münchner Dom

Die einheitsstiftende Kraft des Gebets habe er im vergangenen Jubiläumsjahr der Reformation besonders deutlich erfahren, so der bayerische Landesbischof und EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm heute in seiner Predigt im ökumenischen Gottesdienst im Rahmen der Gebetswoche zur Einheit der Christen im Münchner Dom.

Das Gebet vieler Menschen sei erhört worden, denn in vielen Gottesdiensten hätten sich in den vergangenen Monaten Christen aus ganz verschiedenen Konfessionen um den einen Christus versammelt. Sie alle hätten gespürt, „dass die Kraft, die von Christus ausgeht, stärker ist als das, was zwischen uns steht“.

Es gäbe zwar noch Grenzen zwischen den Konfessionen, so Bedford-Strohm. Doch es sei zu spüren, dass „die Grenzen ihre Macht immer mehr verlieren“.

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Beim Beten hören wir, erneuern wir uns, spüren wir die Kraft Gottes, so der Landesbischof. Wenn wir beten, tritt die rechte Lehre in den Hintergrund, ohne bedeutungslos zu werden. Denn „wenn die rechte Lehre beim Gebet im Vordergrund stünde, würden wir ja im Gespräch mit Gott nicht auf ihn und seine Stimme hören, sondern Gott selbst zu belehren versuchen“. Echtes Gebet sei ein Sich-Öffnen für die Stimme Gottes und „das Gegenteil eines konfessionellen Kampfbetens“, das nur die eigenen Überzeugungen zu bestätigen suche.

Wenn die Kirche einer Einheit in versöhnter Verschiedenheit näher komme, könne sie „zu einer heilenden Gemeinschaft der Liebe werden“ und damit zum „Sakrament für eine Welt werden, die sich so sehr nach Heilung sehnt“, so Bedford-Strohm.


23.01.2018 / München, Johannes Minkus, Pressesprecher