Pressemitteilung vom 21.11.2017

Buß- und Bettag: Nachdenken, welche Richtung unser Land nehmen soll

Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm  und Kirchenrat Dieter Breit in Münchner St. Matthäuskirche

Der Bußtag sei ein Tag des Innehaltens und biete jedem die Gelegenheit, „über Grund und Ziel“ seines Lebens nachzudenken, so der bayerische Landesbischof und EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm im Rahmen eines Empfangs nach dem Buß- und Bettagsgottesdienst in der Münchner St. Matthäuskirche.  Dieser Tag sei auch eine „Gelegenheit für unser Land, über die Richtung nachzudenken, die es nehmen will. Meine Hoffnung ist, dass sich eine Kultur des Zuhörens und der Nachdenklichkeit verbindet mit einer Selbstvergewisserung über die Grundorientierungen, die unser Land tragen und die gerade für uns Christen von zentraler Bedeutung sind: Die Menschenwürde, der Schutz der Schwachen und die Verantwortung gegenüber der Natur, die wir Christen als Schöpfung Gottes sehen, die uns nicht gehört, sondern anvertraut ist, dass wir sie bebauen und bewahren.“

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In seiner Predigt hatte Kirchenrat Dieter Breit, der Beauftragte der Bayerischen Landeskirche für die Beziehungen zu Landtag und Staatsregierung, die Gottesdienstbesucher daran erinnert, dass das Böse in der Welt „immer zuerst ein Teil von uns“ sei. Darum müsse der Widerstand gegen das Böse mit der eigenen Umkehr und Buße beginnen. Christen fordern und bemühen sich um eine gerechtere Welt, so Breit. Doch Gerechtigkeit und „die Ehrfurcht vor dem heiligen Gott“ gehörten zusammen.  Eigene Rechthaberei könne nur dann überwunden werden, „wenn wir die Grenzen aufspüren und schützen, die Gottes Gebot setzt“.

In Bayern steht der diesjährige Buß- und Bettag unter dem Motto: „Um Gottes Willen“. Der protestantische Buß- und Bettag, erstmals 1532 im mittelalterlichen Straßburg offiziell eingeführt, wurde 1995 zur Finanzierung der Pflegeversicherung in allen Bundesländern außer in Sachsen als gesetzlicher Feiertag ersatzlos gestrichen.

Der Bußtag hat seinen festen Platz im kirchlichen Festkalender jedoch nicht verloren und ist im Leben vieler Menschen nach wie vor fest verwurzelt.

 

Weitere Informationen unter: www.busstag.de


21.11.2017 / München, Johannes Minkus, Pressesprecher