Pressemitteilung vom 21.06.2016

Ankunft der Flüchtlinge zwingt zum Umdenken

Bayerische Synodalpräsidentin wünscht sich angstfreien und „berührungsfreudigen“ interreligiösen Dialog 

Nach Ansicht der bayerischen Synodalpräsidentin Annekathrin Preidel könne das bevorstehende Reformationsjubiläum nicht gefeiert werden, ohne die Not vieler Menschen weltweit wahrzunehmen. 

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Im Rahmen des Jahresempfangs der Nürnberger Regionalbischöfe unter dem Thema „Reformation und die Eine Welt“ sagte Preidel: „Während wir darüber nachdachten, wie wir das Reformationsjubiläum zu einem riesigen Festival werden lassen können,“ habe Gott die Christen in Deutschland aufgeweckt „aus dem Traum unseres ewig gesicherten regionalen Wohlstands und Friedens“. Noch bevor der „Festtaumel des Jubiläumsjahrs“ beginnen konnte, wurde die „Globalisierung des Evangeliums“ mit dem Kommen der Flüchtlinge spürbar.
Denn in den Flüchtlingen „blicken wir genau auf ihn, auf Jesus Christus“, so Preidels Überzeugung. Das Kommen der Flüchtlinge habe zum Umdenken gezwungen. „Eine Zukunft der Menschheit gibt es nur, wenn wir Friedensmodelle entwickeln und die Güter dieser Welt gerecht verteilen, das heißt von unserem Wohlstand und Überfluss, den wir auf Kosten anderer Völker erworben haben, endlich abgeben.“

Die nächste Herausforderung sei die Integration der Flüchtlinge, betonte Preidel. Dafür sei ein interreligiöser Dialog notwendig, „angstfrei“ und „berührungsfreudig“. Denn erst wer auf den Fremden zugehe, verliere die Angst vor ihm, sagte Preidel.

 


21.06.2016 / München, Johannes Minkus, Pressesprecher