Pressemitteilung vom 21.02.2017

Treffen von Spitzenvertretern der evangelischen und katholischen Kirche in Bayern

Beim regelmäßigen Treffen der Kirchenleitung der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern mit der Freisinger Bischofskonferenz haben die Spitzenvertreter beider Kirchen ihre Bedenken über die Abschiebung bereits gut integrierter Flüchtlinge nach Afghanistan zum Ausdruck gebracht. Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm: „Wir machen uns große Sorgen um die Situation von Flüchtlingen, die schon seit langer Zeit hier sind.“ Die Kirchenvertreter gaben zu bedenken, dass viele Flüchtlinge auch durch die breite Unterstützung von Ehrenamtlichen Deutsch gelernt und Arbeit gefunden hätten. Jetzt lebten sie in ständiger Angst vor einer Abschiebung.  Kardinal Marx sagte: „In ein Land, in dem Krieg und Verfolgung drohen, darf man niemand abschieben.“ Die bayerischen Kirchenvertreter forderten die Verantwortlichen in der Politik auf, die Einzelfälle zu prüfen und die Sicherheitslage in den Herkunftsländern in den Blick zu nehmen.

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Mit großer Zustimmung wurde der Abschlussbericht einer gemeinsamen Arbeitsgruppe zu ökumenischen Gottesdiensten an Sonn- und Feiertagen zur Kenntnis genommen. Der Bericht kommt zu dem Ergebnis, dass das Bedürfnis der gesamten Gesellschaft nach ökumenischen Gottesdiensten stark angestiegen sei. Dies sei insbesondere nach Katastrophen wie dem Zugunglück von Bad Aibling oder dem Amoklauf in München zu spüren gewesen. Der Bericht schlägt unter anderem eine sorgfältige theologische Gottesdienstvorbereitung vor. Auf katholischer Seite soll das Genehmigungsverfahren für ökumenische Gottesdienste an Sonn- und Feiertagen spürbar vereinfacht werden. Positiv wurde zur Kenntnis genommen, dass auf katholischer Seite die Erzdiözese München und Freising bereits entsprechende Änderungen in Kraft gesetzt hat.

 

Die Kirchenvertreter bekräftigen ihren Wunsch nach einem vertieften theologischen Dialog mit Vertretern des Islam. Eine Arbeitsgruppe wurde beauftragt, hierfür einen Fahrplan auszuarbeiten. Angedacht sind unter anderem öffentliche Diskussionen beispielsweise in kirchlichen Akademien.

Ein weiteres Thema war das gemeinsame Reformationsgedenken in diesem Jahr. Auf Anregung von Kardinal Marx wurde vereinbart, beim nächsten gemeinsamen Treffen in einer Rückschau zu bewerten, welche Fortschritte die Feierlichkeiten für das gemeinsame Glaubenszeugnis gebracht hätten. Zudem solle in den Blick genommen werden, wie der gute ökumenische Geist auch über das Reformationsjubiläum hinaus fortwirken könne.


21.02.2017 / München, Johannes Minkus, Pressesprecher