Pressemitteilung vom 20.07.2018

Kirchliche Statistik 2017: Ehrenamtliches Engagement gestiegen

Bayerische Landeskirche mitten im Erneuerungsprozess „Profil und Konzentration“

Die Zahl der ehrenamtlich tätigen Menschen in der Kirche ist im vergangenen Jahr leicht angestiegen auf 155.889 Personen (2016: 155.090). Auch die kirchenmusikalischen Veranstaltungen wurden von mehr Menschen besucht als im Vorjahr: 2017 wurden die 6.438 Konzerte von insgesamt 824.716 Menschen besucht (2016: 6277 Konzerte mit 804.494 Besuchern). Die Zahl der Gottesdienstbesucher am Heiligen Abend ist weiter angestiegen auf 899.395 Gläubige (2016: 878.666), während die Teilnahme an den anderen Sonntagen rückläufig war.

Die Anzahl der Evangelischen in Bayern ist zurückgegangen auf 2.370.179 Gläubige (2016: 2.414.720). Aus der Kirche ausgetreten sind 23.647 Menschen (2016: 22.694), in die Kirche eingetreten sind 2.734 Personen (2016: 2.870).

Getauft wurden 22.273 Personen (2016: 22.642), kirchlich getraut wurden 5.474 Paare (2016: 5.602). Die Zahl der Bestattungen stieg auf 27.993 Personen im Vergleich zu 27.078 im Vorjahr.

 

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Die seit Jahren rückläufigen Zahlen der Kirchenmitglieder hätten ihren Grund auch in gesellschaftlichen Prozessen, die nicht durch „immer noch höheres Engagement der kirchlichen Mitarbeiter“ ausgeglichen werden können, so Oberkirchenrat Nikolaus Blum, der Leiter des Landeskirchenamts in München. „Die Pfarrerinnen und Pfarrer engagieren sich nach Kräften, kommen aber an viele Menschen nicht mehr heran.“

Die Kirchenleitung hat darum im Frühjahr 2017 den umfassenden Erneuerungsprozess „Profil und Konzentration“ angestoßen. Blum: „Wir wollen, dass die Menschen spüren, dass ihnen der Glaube guttut und hilft.“  Dazu sei ein Perspektivwechsel nötig.

Bisher habe man sich häufig darauf verlassen, dass die Menschen zur Kirche kommen und sich mit Gemeindeformen identifizieren, die hunderte von Jahren alt sind. Die Gottesdienstzeiten orientierten sich z.B. am Tagesablauf der Landwirte. „Im Projekt stellen wir uns die Frage: Passt das hier und jetzt noch so?“, so Blum.

Bis heute haben knapp 7000 haupt- und ehrenamtliche Kirchenmitarbeiter und Kirchenmitarbeiterinnen an „Profil und Konzentration“- Workshops teilgenommen. Blum: „Dabei diskutieren wir ganz grundsätzlich: Wie sollten wir unsere Kirche heute organisieren, damit die Menschen möglichst gut in Kontakt kommen mit dem Evangelium, das uns die Bibel bezeugt?“  Wichtige Einsicht: Es gibt kein Rezept, das überall passt.  Die kirchlichen Akteure müssen vor Ort selbst entscheiden können, wie sie sich am besten neu aufstellen. Gleichzeitig dämpft Blum die Erwartung nach schnellen Resultaten, die sich in den Zahlen zeigen: „Wir merken, dass dieser Perspektivwechsel ein großer Lernprozess für uns alle ist, der viel Zeit und Geduld braucht. Aber als Kirche leben wir aus der Hoffnung des Evangeliums und nicht aus erfüllten Quartalszahlen. Das gibt uns die Kraft für diesen Weg.“


20.07.2018 / München, Johannes Minkus, Pressesprecher