Pressemitteilung vom 21.04.2016

Landessynode beschließt Konzeption zum interreligiösen Dialog

Die Landessynode hat im Rahmen ihrer Frühjahrstagung in Ansbach eine Konzeption zum Dialog zwischen den Religionen mit überwältigender Mehrheit beschlossen. 

Auch Landesbischof und Landeskirchenrat stimmten der Konzeption zu.

In dem 30-seitigen Dokument gibt sich die „Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern Rechenschaft über ihr Verhältnis zu anderen Religionen, zu deren Gruppen und Gemeinden in Bayern und zu deren einzelnen Gläubigen“.

Christen führen das Gespräch mit anderen Religionen nicht von einem neutralen Standpunkt aus. Die Konzeption betont daher, dass Christen glauben, „dass Christus zum Heil aller Menschen und der ganzen Welt gesandt ist“, dass sie „aber über das Heil der Nichtchristen keine Aussagen“ machen, „denn das ist allein Sache Gottes.“

Der Dialog mit Gläubigen anderer Religionen kann für Christen auch fruchtbar sein: Manchmal begegnen durch Menschen anderer Religionen Haltungen und Sichtweisen, die bei Christen wenig entwickelt, vernachlässigt oder vergessen sind. Die Begegnung mit der anderen Religion kann auch zu Entdeckungen in der eigenen Religion führen.

 

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Die Konzeption formuliert auch Standpunkte, die aus christlicher Sicht mit Nachdruck in das Gespräch mit Muslimen eingebracht werden sollten, weil sie Errungenschaften „unserer offenen Gesellschaft“ sind. Dazu gehören insbesondere das Bekenntnis zur Geltung der individuellen Menschenrechte, die Achtung der Gleichwertigkeit von Mann und Frau, die Bejahung der freiheitlichen demokratischen Grundordnung, sowie die Akzeptanz der Unterscheidung und Zuordnung von Kirche und Staat und des unverhandelbaren Vorrangs der staatlichen Rechtsordnung. Zugleich treten Christen gegen Islamfeindlichkeit und für die Religionsfreiheit auch in islamisch geprägten Staaten ein.

Hinweis:
Der vollständige Text der Konzeption ist online verfügbar unter:
http://landessynode.bayern-evangelisch.de/downloads/IR-Dialog_Konzeption_Beschlussvorlage_Endfassung.pdf

 


21.04.2016 / München, Johannes Minkus, Pressesprecher