Pressemitteilung vom 15.05.2016

Pfingsten ist ein Kommunikationswunder!

Pfingstpredigt von Landesbischof Bedford-Strohm in der Münchner St. Matthäuskirche 

Wo über die großen Taten Gottes gesprochen wird, da verstehen die Menschen einander und es wächst Hoffnung und Liebe in ihnen. So fasste der bayerische Landesbischof und EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm heute in der Münchner St. Matthäuskirche die biblische Darstellung der Pfingstereignisse zusammen.

Es sei ein „Kommunikationswunder“ gewesen, dass damals in Jerusalem Menschen aus verschiedenen Ländern mit unterschiedlichen Sprachen die vom Heiligen Geist inspirierte Predigt der Jünger Jesu verstanden hätten, so Bedford-Strohm. Sie hörten vom dem Gott, der sich den Menschen von Anfang der Welt bis heute in Liebe zugewandt habe. Sie hörten, „wie Gott Mensch geworden ist und sich in die Perspektive der Hungernden, der Durstigen, der Kranken, der Nackten, der Gefangenen und der Fremden begeben“ habe und „damit die Gotteserfahrung untrennbar mit dem Einsatz für die Schwachen verbunden“ habe.

 

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Ein derartiges Kommunikationswunder sei es, „was wir heute so dringend brauchen“. Denn etwa in den sozialen Medien finde häufig keine echte Kommunikation mehr statt, sondern „nur noch ein Abladen der eigenen Befindlichkeiten, das Herauslassen der eigenen Frustrationen“. Es herrsche ein gesellschaftliches Klima, in dem das „Zuhören, das Verstehen-Wollen, die Bereitschaft, etwas zu lernen“ immer mehr in den Hintergrund trete, beklagte der Landesbischof.

Bedford-Strohm ermutigte dazu, die Kraft des Heiligen Geistes nicht zu unterschätzen. Dabei müssten Christen in ihrer Hoffnung auf das Wirken des Heiligen Geistes keineswegs „ihr aufgeklärtes Denken hinter sich lassen“. Auch Wissenschaftler kennten das Phänomen der „Emergenz“, also das Entstehen von neuen Eigenschaften oder Strukturen eines Systems durch das Zusammenspiel seiner Elemente. Spannend daran sei, „dass sich diese neuen Eigenschaften nicht aus dem Prinzip Ursache-Wirkung erklären“ ließen. Darum sei es sowohl aus christlicher wie aus wissenschaftlicher Sicht ein Irrglaube zu meinen, alles, was im Leben passiert, sei eine „Kette logisch aufeinander folgender Ereignisse“. Für die christliche Hoffnung gebe es gute Gründe, betonte der Landesbischof.


15.05.2016 / München, Johannes Minkus, Pressesprecher