Pressemitteilung vom 12.01.2016

Welche Bedeutung hat die Barmer Theologische Erklärung heute?

Alle bayerischen Kirchengemeinden sind aufgerufen, sich mit der Barmer Erklärung zu befassen 

In diesen Tagen erhalten alle 1538 evangelischen Kirchengemeinden in Bayern Post von Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm und Synodalpräsidentin Annekathrin Preidel. In dem Brief bitten sie alle Pfarrerinnen und Pfarrer sowie die Kirchenvorstände, über die heutige Bedeutung der Barmer Theologischen Erklärung nachzudenken. Über die Dekanatssynoden und Pfarrkonferenzen sollen die Überlegungen zusammengetragen und an die Kirchenleitung weitergeben werden. Im Frühjahr 2017 wird die Landessynode über die Frage entscheiden, ob ein Hinweis auf die Barmer Theologischen Erklärung in den Grundartikel die Kirchenverfassung aufgenommen werden soll. 

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Die Barmer Theologische Erklärung ist ein kurzer theologischer Grundsatztext, der 1934 von der ersten Synode der Bekennenden Kirche in Wuppertal-Barmen einstimmig angenommen wurde. Mit den sechs Thesen der Erklärung versuchte die Bekennende Kirche das Eindringen nationalsozialistischen Gedankenguts in die evangelische Kirche abzuwehren.

Landesbischof Bedford-Strohm: „Aus unserer Sicht ist die Barmer Theologische Erklärung ein Glaubenszeugnis, welches das lutherische Bekenntnis aufgreift, aufs Neue bekennt und vertieft. Sie hat herausragende Bedeutung, weil sie im Geist evangelischer Freiheit gegen die Vereinnahmung durch totalitäre Mächte und Gewalten Stellung bezieht und uns einen Kompass mit auf den Weg gibt, der bis heute nichts von seiner Bedeutung verloren hat.“

Geplant sei, so die Präsidentin der Landessynode, Annekathrin Preidel, den Grundartikel der Kirchenverfassung entsprechend zu ergänzen, ohne zugleich den Bekenntnisstand der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern zu verändern.

Um den Kirchengemeinden den Einstieg in das Thema zu erleichtern, hat der Evangelische Presseverband ein THEMA-Heft mit dem Titel „Die Barmer Theologische Erklärung – Was bedeutet sie heute?“ publiziert. Alle Kirchengemeinden erhalten es als Arbeits- und Orientierungshilfe. Darüber hinaus kann das Heft beim Evangelischen Presseverband bestellt werden.

 


13.01.2016 / München, Johannes Minkus, Pressesprecher