Pressemitteilung vom 10.08.2016

Oberkirchenrat i.R. Dr. Werner Hofmann verstorben

Oberkirchenrat i.R. Dr. jur. Werner Hofmann ist gestern im Alter von 85 Jahren in München verstorben.

Hofmann war von 1965 bis 1996 als Mitglied des Landeskirchenrates u. a. zuständig für die Personal-, Finanz- und Bauangelegenheiten der Kirchengemeinden und Dekanatsbezirke, kirchliches Verfassungsrecht sowie für das Verhältnis von Staat und Kirche. Von 1972 bis zu seinem Ruhestand 1996 war er zugleich Leiter des Landeskirchenamtes in München.

Vor seinem Eintritt in den hauptamtlichen kirchlichen Dienst war der in Kempten aufgewachsene Hofmann bereits über viele Jahre in der kirchlichen Jugendarbeit engagiert. Von 1954 bis 1961 war er Vorsitzender des Landesjugendkonvents. Als Gemeindereferent der Landeskirche galt seine besondere Aufmerksamkeit dem kirchlichen Bauwesen und der kirchlichen Kunst; während seiner Dienstzeit konnten über 100 Kirchen und Gemeindezentren gebaut werden.

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Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm würdigte Hofmann als einen „Ausnahme-Juristen und einen Glücksfall für unsere Kirche“, der „mit seiner hohen juristischen Kompetenz und seiner besonnenen Art über Jahrzehnte die Geschicke nicht nur der bayerischen Landeskirche, sondern auch der EKD und VELKD maßgeblich mitgestaltet hat“. Auch im hohen Alter habe Hofmann ihn immer wieder beeindruckt, etwa durch seine aktive Beteiligung an der Social Media Kommunikation. „Auch persönlich werden mir sein Rat und seine Begleitung fehlen“ – so der Landesbischof. „Ich weiß ihn in Gottes guter Hand.“

Hofmann war seit 1967 Mitglied der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland
(EKD) und von 1973 bis 1997 Mitglied im Rat der EKD.
Darüber hinaus war Hofmann Vorsitzender des Diakonischen Rates der EKD, Mitglied der Diakonischen Konferenz der EKD, Mitglied des Diakonischen Rates Bayern, Vorstandsvorsitzender des Gemeinschaftswerkes der Evangelischen Publizistik und Vorsitzender des Generalrates des Collegium Augustinum. Als einziger Jurist gehörte Dr. Hofmann der Kontaktkommission des Rates der EKD und der kath. Deutschen Bischofskonferenz an. Von 1996 bis 1999 hat er die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern im Bayerischen Senat vertreten.
Für seine Verdienste um die bayerische Volksschulreform, die zur Einführung der christlichen Gemeinschaftsschule führte, bekam Hofmann 1969 die höchste Auszeichnung des Freistaates Bayern, den Bayerischen Verdienstorden, verliehen. 1982 wurde er mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande, 1991 mit dem Bundesverdienstkreuz erster Klasse ausgezeichnet.

Hofmann war Mitverfasser des 1994 erschienenen Standardwerkes "Evangelisches Kirchenrecht in Bayern" und galt als Experte des kirchlichen Verfassungsrechts und des Staatskirchenrechtes.

Der Trauergottesdienst findet am Freitag, 12. August, um 12 Uhr in der Waldkirche in Planegg statt, die Beerdigung anschließend um 14 Uhr auf dem Friedhof in Planegg.


10.08.2016 / München, Johannes Minkus, Pressesprecher