Pressemitteilung vom 09.05.2018

„Wie kann man so verliebt sein in die Krise, dass man das Hoffnungsvolle gar nicht sieht?“

Landesbischof und EKD-Ratsvorsitzender predigt am Himmelfahrtstag in Weidenkirche der Evangelischen Jugend in Bayern

Als eine heilende, stärkende und blühende Gemeinschaft hat der bayerische Landesbischof und EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm die Gemeinschaft, bezeichnet, die wächst, wenn wir dem Heiligen Geist in unseren Herzen Raum geben. Sie sei eine Gemeinschaft, „die nicht aus einer Geschichte der Angst und Sorge lebt, sondern aus einer Geschichte der Hoffnung“, so Bedford-Strohm in seiner Predigt am Himmelfahrtstag anlässlich des 11jährigen Bestehens der Weidenkirche der Evangelischen Jugend in Bayern in Pappenheim (Mittelfranken).

„Siehe, ich will ein Neues schaffen, jetzt wächst es auf, erkennt ihrs denn nicht?“ Dieses Wort des Propheten Jesaja stelle uns eindringliche Fragen, sagte Bedford-Strohm. „Wie kann man so verliebt sein in die Krise, dass man das Hoffnungsvolle gar nicht sieht?“  Es sei schwer, die Botschaft der christlichen Hoffnung zu hören, wenn „Kriege nicht enden wollen“, und ein Atomabkommen in Gefahr gerät, „das einst so viel Anlass zur Hoffnung gab“ oder wenn persönliche Erfahrungen, Rückschläge, schmerzliche Verluste, es schwer machten, mit Zuversicht nach vorne zu schauen.

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Es sei kein Zufall, dass das Jesaja-Wort nicht an einzelne Menschen, sondern an die Gemeinschaft der Gläubigen gerichtet sei.  Gemeinschaften seien wichtig, weil sie „für uns stellvertretend und mit uns zusammen daran glauben, dass Gott diese Welt in seiner Hand hält“. Die christliche Gemeinde sei die „Gemeinschaft des Heiligen Geistes, die aus dem Glauben, der Liebe und der Hoffnung lebt“, betonte Bedford-Strohm. Diese Gemeinschaft setzte Zeichen der Hoffnung, indem sie „Aggression mit Sanftmut“ beantworte, indem sie „den harten Urteilen Barmherzigkeit entgegensetze“ und nicht den „Kult des Starken“ fördere, sondern „die Sensibilität für das Verletzliche“.

Insbesondere lobte der Landesbischof und EKD-Ratsvorsitzende den Einsatz der Jugendlichen: „Euer Engagement und Euer Wirken brauchen wir in unserer Kirche“, so Bedford-Strohm. „Ich freue mich über Eure Ideen, Eure Tatkraft, Euren Einsatz für Eure Kirche, vor Ort in den Gemeinden, aber auch auf überregionaler Ebene“.

Weidenkirche in Pappenheim

Mehr als 100 Jugendliche der Evangelischen Jugend in Bayern hatten in den Osterferien 2007 Weidenzweige im mittelfränkischen Pappenheim gepflanzt. An Himmelfahrt 2007 wurde die Weidenkirche vom damaligen Landesbischof Johannes Friedrich eingeweiht.

 


09.05.2018 / München, Johannes Minkus, Pressesprecher