Pressemitteilung vom 07.12.2016

„Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans anders“

Amberger Dekanatskantorin hat sich auf musikalische Bildung alter Menschen spezialisiert 

Kirchenmusikalische Bildung für alte Menschen anbieten, das ist eine neue Zusatzaufgabe der Amberger Dekanatskantorin Kerstin Schatz (46). Nach einer Fortbildung in Musikgeragogik, der Lehre von der musikalischen Bildung alter Menschen, soll Schatz im Rahmen eines dreijährigen Projekts erkunden, wie die Erkenntnisse der Musikgeragogik in die Kirchenmusik übertragen werden können. Das Projekt wird gemeinsam vom Dekanat Sulzbach-Rosenberg und der bayerischen Landeskirche finanziert. 

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Das Ziel der Musikgeragogik ist anspruchsvoll, sagt Schatz. Es gehe nicht darum, alte Menschen musikalisch „zu bespaßen“, sondern um die Vermittlung von musikalischer Bildung. Das kann Orgelunterricht für ältere Menschen sein, aber auch ein Themen-Nachmittag zu „Ein feste Burg ist unser Gott“, an dem gemeinsam musiziert und gesungen, aber auch theologisches und künstlerisches Wissen vermittelt werde. Ab Januar bietet Schatz auch einen Chor nur für Senioren an, der sich vormittags trifft.

„Was Hänschen nicht lernt, das lernt Hans anders“, sagt Schatz. Auch Menschen, denen ein Leben lang gesagt wurde, sie seien unmusikalisch, könnten im Alter noch ein Instrument lernen. Sie habe erlebt, wie sich die „Herzen geöffnet“ haben, als ein älterer Landwirt nach einer Stunde Übung auf der Veeh-Harfe (einem Saitenzupfinstrument, das man ohne Notenkenntnisse spielen kann) den Choral „Lobe den Herren“ spielen konnte. Im Alter erfahren viele Menschen, wie ihre Möglichkeiten zunehmend an Grenzen stoßen. Gerade dann wirken musikalische Erfolgserlebnisse sehr ermutigend, so Schatz‘ Beobachtung.

Weitere Informationen bei:
Kerstin Schatz
Tel: 09621-6898631
Email: kerstin.schatz@elkb.de

 


07.12.2016 / München, Johannes Minkus, Pressesprecher