Pressemitteilung vom 05.01.2017

Breit-Keßler fordert Respekt für Politiker

Münchner Regionalbischöfin spricht zu CSU-Bundestagsabgeordneten in Seeon 

In einer Andacht zu Beginn der Klausurtagung der CSU-Landesgruppe in Seeon hat die Münchner Regionalbischöfin und Ständige Vertreterin des Landesbischofs, Susanne Breit-Keßler, gestern die Abgeordneten aufgerufen, mit „fundierten geistlichen Überlegungen“ und einer „verlockenden politischen Kultur“ den Bürgern „Lust“ zu machen, wählen zu gehen. Sie selbst habe nie verstanden, warum es eine Last sein soll, auswählen zu dürfen“. Durch Wahlen mitentscheiden zu können, sei „ein Geschenk der Freiheit“, so Breit-Keßler. 

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Christen hätten den Auftrag, die politische Kultur zu befördern und „den Respekt vor denen zu bewahren, die öffentliche Ämter bekleiden“. Es sei „ärgerlich“, wenn an Stammtischen, in medialen Meinungsschmieden und Feuilletons über Politiker gelästert würde. Intelligente Kritik an Politik sei nötig, „aber Larmoyanz in Verbindung mit eigener Untätigkeit ist keine christliche Tugend“ betonte Breit-Keßler.

Es sei „geistlich wohl zu begründen und geradezu lebensnotwendig“, dass sich Christen „nicht in frommen Nischen verkrümeln und geringschätzig auf das weltliche Geschehen schauen“, betonte die Regionalbischöfin. Aufgabe der Christen heute sei es, Jesus nachzufolgen, „ganz Mensch zu werden und auf unser Drumherum in Gesellschaft und Politik zu achten, damit es den Menschen gut geht, sie vom himmlischen Heil schon etwas auf Erden spüren“. Protestantische Frömmigkeit gründe in einem Gottvertrauen, „das persönliche Freiheit mit Verantwortung für sich und andere verbindet“ und gleichzeitig „zu kritischer Distanz gegenüber anderen Mächten und Gewalten befähigt“, so Breit-Keßler.

 


05.01.2017 / München, Johannes Minkus, Pressesprecher