Pressemitteilung vom 03.11.2017

Susanne Breit-Keßler: „Mein Herz weint über den Verlust eines lieben Freundes“

Münchner Regionalbischöfin und Ständige Vertreterin des Landesbischofs zum Tod von Abt Odilo Lechner

Mit Trauer und Bestürzung hat die Ständige Vertreterin des Landesbischofs, Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler, auf den Tod von Altabt Odilo Lechner (86) reagiert. Der ehemalige Benediktinerabt der Klöster St. Bonifaz und Andechs, so Breit-Keßler, war „ein zutiefst frommer Mensch, umweht vom Geist der Freiheit“. Seine Spiritualität war beispielgebend und „wahrhaft inspirierend“. Odilo Lechner, sagte die Regionalbischöfin, hatte fraglose Autorität und faszinierende Ausstrahlungskraft weit über die Grenzen der eigenen Konfession hinaus.

„Dilatato corde", mit weitem Herzen, zitiert aus der Vorrede der Regel des Benedikt, war der Wahlspruch für sein Amt, den Odilo Lechner eindrucksvoll vorlebte. Unter seiner Ägide wurde St. Bonifaz, der „geliebte Nachbar“ des Landeskirchenamtes, wie Breit-Keßler sagte, zu einer der wichtigsten Münchner Anlaufstellen für Obdachlose, die dort verpflegt werden sowie sanitäre Einrichtungen und eine Ambulanz nützen können.

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Dankbar erinnerte die Regionalbischöfin daran, dass Odilo Lechner dafür sorgte, dass Königin Therese von Bayern, die nach ihrem Tod ihres evangelischen Glaubens wegen in einer Gruft eine Etage unter dem des Königs abgestellt wurde, seit dem Jahr 2002 auf  „Augenhöhe“ mit ihrem Gatten, Ludwig dem I., ruhen darf. Odilo Lechner, so Breit-Keßler, handelte bedächtig und war feinsinnig, sprach dabei immer auch Klartext – etwa wenn es um heiß debattierte Themen wie gemeinsames Abendmahl, homosexuelle Priester, Zölibat und Frauen im geistlichen Amt ging.

„Mit Odilo Lechner verlieren wir einen zutiefst geistlichen Menschen“, sagte die Ständige Vertreterin, dem es immer ums Zuhören und Vermitteln ging: „Ich werde nie vergessen, dass er bei meiner Amtseinführung als Regionalbischöfin fröhlich mitfeierte. Wer der eigenen Identität gewiss ist, plagt sich nicht mit Berührungsängsten.“ Odilo, der Martin Luther einen "verehrungswürdigen Zeugen des Glaubens" auch für Katholiken nannte, verkörperte beides: geistliche Freiheit und vorbildliche Bindung an christlichen Überzeugungen. Breit-Keßler: „Mein Herz weint über den Verlust eines lieben Freundes.“

Abt Odilo, 1931 in München geboren, war von 1964 bis 2003 Abt der Abtei St. Bonifaz in München,  ein direkter Nachbar des Landeskirchenamts. Das Landeskirchenamt ist seit vielen Jahren mit den Gottesdiensten zur Einführung und Verabschiedung von Mitarbeitern regelmäßig zu Gast in St. Bonifaz.


03.11.2017 / München, Johannes Minkus, Pressesprecher