Pressemitteilung vom 02.11.2017

Landeskirche behält Wildbad Rothenburg

Konsultationsprozess abgeschlossen

Der Landeskirchenrat hat beschlossen, das Wildbad Rothenburg nicht zu verkaufen, sondern weiterhin als Einrichtung der bayerischen Landeskirche zu betreiben.

Diese Entscheidung steht am Ende eines Konsultationsprozesses, in dessen Verlauf der Landeskirchenrat neben der Einschätzung des aktuellen Bauzustandes auch die Stellungnahmen des Leiters des Wildbads, der Mitarbeitervertretung, der Synodalen des Kirchenkreises, des Dekanatsausschusses und des Beirats des Wildbads  einbezogen hatte. Auch die Presseveröffentlichungen und Unterschriftenaktion vor Ort wurden zur Kenntnis genommen.

Mehr zum Thema

Deutlich wurden den Mitgliedern des Landeskirchenrats die hohe Wertschätzung und die feste Verwurzelung des Wildbads im evangelischen Leben in der Region. Mit Dankbarkeit hat der Landeskirchenrat die hohe Motivation der Mitarbeitenden im Wildbad zur Kenntnis genommen sowie ihr Engagement auch in den vergangenen, durch Unruhe geprägten Wochen.

Im Konsultationsprozess war auch deutlich geworden, dass eine Kooperationslösung mit einem Käufer als nicht machbar eingeschätzt wird: Der Charakter des Hauses hätte sich so stark verändert, dass Freizeiten und Veranstaltungen kirchlicher Gruppen im Wildbad nicht vorstellbar seien, so der Tenor vor Ort.

Ausgangspunkt der Prüfung sei die ‚immobilienwirtschaftliche Großwetterlage‘ in der bayerischen Landeskirche gewesen, so der landeskirchliche Finanzchef, Oberkirchenrat Erich Theodor Barzen. Die Vielzahl der landeskirchlichen, zum Teil historischen Gebäude habe die Kirche veranlasst, den mittel- und langfristigen Instandhaltungsbedarf zu erheben. Die Kirche werde künftig entweder - zulasten anderer kirchlicher Aufgabenfelder - mehr Mittel in den Erhalt ihrer Gebäude verwenden müssen.  Oder die Kirche werde den Gebäudebestand dort reduzieren, wo sich eine vernünftige Möglichkeit biete, kirchliche Inhalte auch ohne Immobilienbesitz fortzuführen.

„Angesichts der Möglichkeit, das Wildbad an einen eingesessenen Unternehmer aus der Region zu übertragen, der kirchliche Gruppen weiterhin willkommen geheißen hätte, sich zu wesentlichen Investitionen in das Gebäude verpflichten wollte und auch die Arbeitsplätze mitsamt den kirchlichen Tarifen garantiert hätte,  war eine ehrliche Prüfung geboten“, so Barzen. „Dabei gehen wir der öffentlichen Diskussion nicht aus dem Wege, sondern wägen in einem transparenten Prozess ab.“


02.11.2017 / München, Johannes Minkus, Pressesprecher