Predigten zu Ostern

Das Leben siegt

Predigten zu Ostern

Breit-Keßler: "Eine Liebe, die stärker ist als der Tod. Der Tod ist tot. Das Ende ist am Ende. Das Leben siegt."

Bild: iStock-Clement-Peiffer

In ihren Osterpredigten setzten Landesbischof Bedford-Strohm und die Regionalbischöfinnen Breit-Keßler, Greiner und Bornowski Zeichen der Hoffnung: Der Tod ist tot. Das Leben siegt.

Zum diesjährigen Osterfest hat Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm davor gewarnt, Arme und Schwache aus der Gesellschaft auszugrenzen. Die Botschaft von der Auferstehung Jesu Christi bedeute für jeden und jede ein neues Leben, so Bedford-Strohm in seiner Predigt über das Loblied der Hanna (1. Sam 2,1) im Berliner Dom.  
 
Bei Armut gehe es nicht nur um Geld: „Vielleicht ist das Schlimmste ja das ‚Ausgeschlossen werden‘. Dass ich in meinem Menschsein reduziert werde auf die Erfüllung einer bestimmten Funktion, ohne die ich nichts wirklich wert bin. Dass ich danach beurteilt werde, ob ich den gesellschaftlichen Normen entspreche. Dass Sein oder Nichtsein davon abhängt, ob ich die Erwartungen der Mitmenschen erfülle. Wenn das so ist, dann kann man die Radikalität der Ostererfahrung gar nicht stark genug betonen“, so Bedford-Strohm: „Wenn Jesus wirklich lebt und heute in uns wirkt, dann ist der Weg aus dem Dunkel der Ausgrenzung tatsächlich gewiesen. Denn die Liebe Jesu Christi, das radikalste Gegenprogramm zur Ausgrenzung, das man sich vorstellen kann, hat am Ende gesiegt.“

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Jeder Mensch müsse spüren und erfahren, dass er Teil dieser Gesellschaft sei, „dass er gewollt ist, dass er gebraucht wird, dass er einfach sein darf, dass er eine Würde hat“, sagte der Ratsvorsitzende im Berliner Dom. „Dass alle Menschen in unserer Gesellschaft, auch die Schwächsten und Verletzlichsten, in diesem Gefühl leben können, das ist die große Aufgabe in Politik und Gesellschaft der nächsten Jahre.“  Bedford-Strohm erinnerte auch an den vor 50 Jahren erschossenen US-Bürgerrechtler Martin Luther King. Die Botschaft, die dieser in einem fiktiven Brief des Apostels Paulus an die Amerikaner formuliert habe, sei nicht nur in den USA, sondern auch in Deutschland heute so aktuell wie damals: „Ihr müsst eure mächtigen wirtschaftlichen Ressourcen nützen, um die Armut aus der Welt zu vertreiben. Gott will nicht, dass ein Volk im Überfluss und Reichtum lebt, während andere nur die Armut kennen.“
 
Die Osterbotschaft „Christ ist auferstanden“, wecke ihn ihm nicht nur die Freude über den Sieg des Lebens über den Tod, sondern auch „darüber, dass die Welt nicht so bleiben muss wie sie ist“, so Landesbischof Bedford-Strohm.

Predigten der Regionalbischöfinnen zu Ostern

Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler

Susanne Breit-Keßler,© ELKB / Poep

Bild: ELKB / Poep

„Wenn Engel Gottes bei uns rasten, um uns den Ruf Gottes auszurichten, damit wir tun, was wir können. Der Ruf Gottes heißt seit Ostern: Ich lebe und ihr sollt auch leben!“

Predigt von Regionalbischöfin Breit-Keßler als PDF

Regionalbischöfin Dorothea Greiner

Dorothea Greiner,© ELKB / Poep

Bild: ELKB / Poep

„Seit Menschen Halleluja singen ist es oft ein trotziger Lobpreis, gegen all die Ungerechtigkeit, das Morden weltweit oder auch gegen den Egoismus und die Vereinsamung in unserem Land. Nein, es ist nicht alles gut, seit Jesu Auferweckung, aber wir Christen haben eine Ahnung davon, dass es eine Lebens- und Liebesmacht gibt, die stärker ist als all die Todesmächte dieser Welt. Darum Halleluja.“

Predigt von Regionalbischöfin Greiner als PDF

Regionalbischöfin Gisela Bornowski

Regionalbischöfin Gisela Bornowski,© (c) Kirchenkreis Ansbach-Würzburg

Bild: (c) Kirchenkreis Ansbach-Würzburg

"Und deshalb will ich mich von der Freude anstecken lassen, die Hannah und die Dichter vieler Osterlieder getragen hat. Anstecken lassen will ich mich vom Gottvertrauen dieser Menschen. Glauben ist eine Hilfe, ist die größte Hilfe; er weiß um die Gleichzeitigkeit von Trauer und Freude, von Bitte und Dank, von Klage und Lob, von Bangen und Hoffen – und hilft diese Gleichzeitigkeit zu tragen."

Predigt von Regionalbischöfin Bornowski als PDF

Breit-Keßler: "Tot darf lebendig werden"

„Wir alle haben die Osterbotschaft: Leben und Güte Gottes sind stärker als Tod und Teufel. Was tot ist, darf lebendig werden: Wir dürfen uns in diesem und in einem anderen Leben aus unseren Gräbern erheben, in die wir sinken, wenn uns Einsamkeit, Trauer und Verzweiflung, zuletzt der Tod nieder strecken. Tot darf lebendig werden.“ Mit diesen Worten aus der Osterpredigt gab Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler den Besuchern in St. Lukas in München Hoffnung und Osterfreude.

„Eine Liebe, die stärker ist als der Tod. Der Tod ist tot. Das Ende ist am Ende. Das Leben siegt. Das ist wie eine Lebensmelodie, wie ein Osterhymnus, der jeden Tag und jede Nacht durchzieht.“ Gerade aus dieser Liebe heraus, so rief Breit-Keßler auf, seien die Menschen gebeten, überall auf der Welt Menschenwürde zu achten. „Wer der Logik des Todes mit der Phantasie der Liebe widerspricht, wird andere als irdische Himmelsgeschöpfe behandeln“, bekräftigte die Regionalbischöfin.  Deshalb dürfen sich Christen wehren „gegen Kriege, die mit dem Pathos des angeblich Unvermeidlichen geführt werden“. Breit-Keßler: "Dann können wir Diktatoren vertreiben, die ihr Volk knechten.“

Bornowski: Zutrauen in Gottes Möglichkeiten

Von den Gegensätzen des Lebens singt Hanna in ihrem Loblied, dem Predigttext zum Osterfest, nachzulesen im 1. Buch Samuel. Regionalbischöfin Gisela Bornowski nimmt die Gottesdienstbesucher in Würzburg hinein in dieses Lied, das nicht nur vom Leben, sondern auch vom Tod, nicht nur von Reichtum, sondern auch von Armut, nicht nur von Erhöhung, sondern auch von Erniedrigung spreche. „Alles in unserem Leben ist „in dem Herrn“, das Gute, die Freude, aber auch der Schmerz, das Scheitern, das Nicht-Gelingen, Leben und Sterben und Auferstehen“, so Bornowski.

Hannah habe die Gegensätze ihres Lebens zusammengehalten mit ihrer Zuversicht, ihrem Glauben. „Glauben ist eine Hilfe, ist die größte Hilfe“, verstärkte die Regionalbischöfin. „Er weiß um die Gleichzeitigkeit von Trauer und Freude, von Bitte und Dank, von Klage und Lob, von Bangen und Hoffen – und hilft diese Gleichzeitigkeit zu tragen.“ Gisela Bornowski ermutigte die Gottesdienstgemeinschaft: „Hannah will uns heute anstecken  – mit ihrem Zutrauen in Gottes Möglichkeiten. Dass wir nicht stumm und sprachlos werden im Leid, sondern alles zu Gott hintragen: die Klage und dann auch das Lob.“

Zitat

Seit Menschen Halleluja singen ist es oft ein trotziger Lobpreis, gegen all die Ungerechtigkeit, das Morden weltweit oder auch gegen den Egoismus und die Vereinsamung in unserem Land. Nein, es ist nicht alles gut, seit Jesu Auferweckung, aber wir Christen haben eine Ahnung davon, dass es eine Lebens- und Liebesmacht gibt, die stärker ist als all die Todesmächte dieser Welt. Darum Halleluja!

Regionalbischöfin Dorothea Greiner in ihrer Osterpredigt am Ostersonntag 2018

Greiner: Gottes Kraft Raum geben

Regionalbischöfin Dorothea Greiner stellte die „Auferstehungskraft“, die „Widerstandskraft“, die „Liebeskraft“ in den Mittelpunkt ihrer Predigt am Ostersonntag in der Stadtkirche in Bayreuth. Am Beispiel von Hanna, Maria Magdalena, Martin Luther King und Bishop Frederick Shoo in Tansania beschrieb sie Gottes Kraft, die in diesen Menschen wirkte: Frauenpower bei Hanna und Maria Magdalena, Kraft zum Widerstand eines Schwarzen gegen die Unterdrückung der Weißen bei Martin Luther King und den Mut zur Wahrheit, zur Anklage der Regierung,  zur Forderung demokratischer Entwicklung wie bei Bishop Shoo in Tansania. Greiner: „Unser Weg, liebe Gemeinde, ist der Weg Hannas, Maria Magdalenas, Martin Luther Kings, Frederick Shoos. Es ist Jesu Weg. Es ist der Weg, Gottes Kraft in uns Raum zu geben, uns ihr hinzugeben, damit inmitten dieser durch und durch maroden Welt, doch Gottes Liebe, sein Friede, seine Gerechtigkeit aufleuchtet.“ Gottes Kraft sei gerade dann am wirksamsten in uns, wenn wir mutlos würden, gar keine Kraft mehr hätten und uns nach seiner Hilfe ausstreckten. „Und wenn es ans Sterben geht. Denn Gottes Kraft bricht die Macht des vielgesichtigen Todes – auch unseres Todes“, ergänzte die Regionalbischöfin. 


02.04.2018 / ELKB