Popularmusik

Gute Noten für die Beatmesse

Popularmusikverband

Die Popimpulstage sollen Kirchenbands in ganz Bayern verbessern.

Bild: Popularmusikverband

In fünf Kirchenkreisen richtet der Verband für christliche Popularmusik in Bayern ganztägige Musikworkshops aus. Am 3. März fand der erste mittelfränkische Popimpulstag in Lauf an der Pegnitz statt.

In fünf von sechs Kirchenkreisen richtet der "Verband für christliche Popularmusik in Bayern" heuer ganztägige Musikworkshops aus. Nächstes Jahr finden die Popimpulstage auch im Kirchenkreis Regensburg und damit flächendeckend in ganz Bayern statt.

Am 3. März rocken sie in Lauf an der Pegnitz: Der evangelische Popularmusikverband richtet seinen ersten mittelfränkischen Popimpulstag aus. Dann fehlt in der Workshop-Reihe nur noch der Kirchenkreis Regensburg, der die stark katholisch geprägten bayerischen Regierungsbezirke Niederbayern und Oberpfalz umfasst. Hier wird man auch bald Fuß fassen, ist sich Michael Ende sicher. Der Bassgitarrist leitete Ende Januar die eintägige Würzburger Kirchenrock-Schule. An diesem zweiten Würzburger Popimpulstag nahmen, wie schon im Vorjahr bei der Unterfrankenpremiere, 40 Künstler teil, zahlreiche Einzelmusiker und drei bestehende Bands.

Um die Qualität der Gemeindeensembles geht es in erster Linie bei dem Bildungsangebot des "Verbands für christliche Popularmusik in Bayern". Denn, erläutert Michael Ende: "Bei Pop in der Kirche sind die Zuhörer kritischer als bei der Orgelbegleitung des Gemeindegesangs." Weil Profi-Pop in jedem Supermarkt laufe, liegen die Hörgewohnheiten des Publikums auf einem viel höheren Niveau. Deswegen tue Weiterbildung hier gut. Der Verband lädt nicht nur evangelische Musiker ein. Jeder kann kommen, auf jedem Ausbildungsniveau, und mehrere Workshops an einem Tag miteinander kombinieren. Rund zehn Dozenten geben gleichzeitig ihre Kurse. Allgemeine Ansätze wie Harmonieunterricht werden ebenso erteilt wie Lektionen in Instrumenten und Gesang.

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Am Nachmittag bilden die Dozenten aus den Einzelteilnehmern kleine Ensembles. Zum Abschlusskonzert musiziert man vor den anderen Popimpuls-Teilnehmern. 2012 startete die Serie in München mit 75 Teilnehmern. Der erste Popimpulstag für einen ganzen Kirchenkreis hatte sich aus einer Augsburger Initiative entwickelt. Dort hatte der "Popkantor" Hans-Georg Stapf eine Fortbildung auf Dekanatsebene entwickelt. Beim Popularmusikverband in München war Thomas Nowack von der Idee überzeugt. Allerdings fehlten passende Räumlichkeiten, um die Augsburger Dekanatsinitiative für den Kirchenkreis Oberbayern anzubieten. Deshalb suchte Nowack katholische Münchner Partner und "rannte dort offene Türen ein", erinnert er sich.

Ähnlich geht der Musikpädagoge und Kulturmanager jetzt "in der evangelischen Diaspora Regensburg" vor, um 2019 auch im sechsten bayerischen Kirchenkreis einen Popimpulstag zu etablieren. Er habe bereits Kontakt zur katholischen Hochschule für Kirchenmusik und zum Verein für Neues Geistliches Lied "Musica e Vita", sagt Thomas Nowack. Dass der mittelfränkische Popimpulstag schon Wichen vor dem Start bereits 100 Anmeldungen verzeichnet hat, bestärkt den Verband auf seinem Weg. Die Würzburger Flötistin Bärbel Schiller spielte letztes Jahr schon beim ersten unterfränkischen Popimpulstag mit: "Ich konnte mich schwer zwischen den vielen Workshops entscheiden und bin deshalb heuer wiedergekommen."

Der bekannteste Percussionist in der Stadt, Chico, sitzt hinterm Schlagzeug: "Das war mein Ur-Instrument", sagt er: "Heute Morgen beim Drums-Lehrgang habe ich wieder neue Aspekte daran kennengelernt." Katja Schulze stieß aus Wittighausen dazu. Sie ist als Sängerin auf Hochzeiten recht gut gebucht. Ihre Partner bei der Popimpulstags-Band hatte sie sich nicht selbst ausgesucht - war aber ganz zufrieden damit, wie die Kursteilnehmer von den Dozenten zusammengesteckt wurden. Michael Ende, Religions- und Musikpädagoge, mischt gern verschiedene Generationen zu einer Popimpulstags-Band.

Auch die bestehenden Gruppen standen im Januar in Würzburg vor echten Herausforderungen. Normalerweise coacht der Verband Kirchenmusikgruppen bei Hausbesuchen im Proberaum. Ein Impulstag hingegen konzentriert das Programm auf drei Stunden Crash-Kurs. Gitarrist Haiko Heinz beriet am Main die Band Tabernakel, ließ sich ein Stück vorspielen, nickte, als die Sänger ihre Stimmen zum Refrain hoben. Aber nach dem Schlussakkord gab es Arbeit. Haiko Heinz fragte: "Wäre es nicht schön, wenn der Refrain mindestens zweistimmig wäre?"

Große Besonderheit der Popimpulstage: Auch Soundanlagen und Lichttechnik stehen auf dem Wahlprogramm. Beim Würzburger Tag stellten sich gleich sieben Mann als "Hausmeister" vor und lobten den Kurs: "So etwas gibt es sonst überhaupt nicht. Da stehst du vor 1000 Knöpfle und weißt nichts damit anzufangen." Den Männern kann geholfen werden.


02.03.2018 / epd/Joachim Fildhaut