Geistliches Wort zu Pfingsten

Pfingsten als Kraft für Veränderung

Geistliches Wort zu Pfingsten

Veränderungen mutig annehmen

Bild: iStock-Alex

Der Beitrag der Kirche muss das vernünftige, sinnvolle und maßvolle Begleiten von Entwicklungen sein, schreibt Helmut Völkel in seienem Geistlichen Wort zu Pfingsten. 

Der Geist von Pfingsten, der Heilige Geist, hilft uns, Veränderungen in unserem Leben anzunehmen und bewusst zu gestalten. Er ermutigt uns, in Veränderungsprozessen eine aktive Rolle zu spielen, Verantwortung zu übernehmen und das Neue gerne in Angriff zu nehmen.

fingsten bedeutete einst für die junge Gemeinde den Abschied von Jesus, wie sie ihn bisher gekannt und erlebt hatte, in leiblicher Gegenwart und jederzeit direkt ansprechbar. An die neue Form der Gegenwart Jesu, in Form des Heiligen Geistes musste sie sich erst gewöhnen. Aber genau dies wurde der Urgemeinde zugemutet, auf den Heiligen Geist als göttliche Kraft in ihrem Leben zu vertrauen, in dieser Kraft Kirche zu sein und zu bauen, aber auch den Alltag in Familie und Beruf in dieser Kraft zu gestalten.

Veränderungen sind oft mit Ängsten verbunden. Bei beruflichen Veränderungen fragen wir: Werden wir den neuen Aufgaben gewachsen sein? Werden wir aus einem Veränderungsprozess als Gewinner oder Verlierer hervorgehen? Ist es nicht am besten, erst einmal abzuwarten oder gar abzutauchen? Pfingsten ernst nehmen bedeutet genau das Gegenteil, sich in das Kraftfeld des Heiligen Geistes zu stellen, Veränderungen anzunehmen, sich in Umbrüchen und neuen Aufbrüchen Gott anzuvertrauen und die Kraft dazu aus dem Glauben an den Heiligen Geist zu schöpfen.

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Fragen wir nach der Rolle der Kirche in einer mobilen und schnelllebigen Gesellschaft, deren Lebensgesetz eine Aneinanderreihung von Veränderungsprozessen zu sein scheint, man nehme nur die digitale Entwicklung. Hier sollte die Kirche nicht der ängstliche Hemmschuh sein, aber auch nicht der unreflektierte Turbo. Ihr Beitrag muss das vernünftige, sinnvolle und maßvolle Begleiten von Entwicklungen sein.

Von den drei Seiten Gottes, Vater, Sohn und Heiliger Geist, wird der Heilige Geist leider zu sehr vernachlässigt. Dabei brauchen wir ihn in unserer Zeit besonders, als Kraft der Orientierung bei Veränderungen, als Inspirator in festgefahrenen Situationen, als Mutmacher zum Beschreiten neuer Wege. Der Heilige Geist erinnert uns immer wieder an Jesu Auftreten und seine Wirkung auf die Jünger.

Bis heute können wir davon lernen: Wie steht es mit unserer Ausstrahlung als Christen? Wie stimmen bei uns Wort und Tat zusammen? Besitzen wir Glaubwürdigkeit? Ist unser Auftreten überzeugend? Denken wir nicht nur an uns, sondern auch an andere? Es lohnt sich, Kirche in der Kraft des Heiligen Geistes zu sein, mit einem weiten Horizont und Mut zu Veränderungen und Verbesserungen in unserem Leben.

Zur Person

Das Bild zeigt Oberkirchenrat Helmut Völkel, Bild: © ELKB

Oberkirchenrat Helmut Völkel

ist Leiter der Abteilung F "Personal" im Landeskirchenamt der bayerischen evangelischen Landeskirche.


18.05.2018 / epd