Internationale Orgelwoche

Die Reformation im Blick

Internationale Orgelwoche Nürnberg

Im "Orgel.Wett.Streit" tritt Sebastian Kuechler-Blessing (Bild) gegen Lásló Fassang.

Bild: ION

Unter dem Thema „re:format:ion“ erkundet die 66. Internationalen Orgelwoche (ION) vom 30. Juni bis 9. Juli unterschiedliche Lesarten, Bedeutungen und musikalische Klänge der Reformation.

500 Jahre Reformation werfen ihr Licht auf 2017. Passend dazu präsentiert sich die Internationale Orgelwoche experimenteller denn je. Künstlerische Partner der ION 2017 sind unter anderen das renommierte Staatstheater Nürnberg und die Hochschule für Musik. Unterstützt wird die Internationale Orgelwoche von der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern und der Evangelischen Gesamtkirchengemeinde Nürnberg. Die ION 2017 erforscht den musikalischen Klang der Reformation, zur Zeit Luthers. Ein Symposium geht der Frage nach, was eigentlich Musica Sacra ist oder sein könnte. Und eine Reihe von Projekten widmet sich gänzlich neuen Formen und Formaten im Sinne der re:formation von vermeintlich Bekanntem.

Eine Ende März uraufgeführte Auftragskomposition des Chors des Bayerischen Rundfunks eröffnet als Nürnberger Erstaufführung die ION am 30. Juni in St. Sebald. Tags darauf, am 1. Juli, prägt die ION mit gleich drei Veranstaltungen das Bayerische Reformationsfest in Nürnberg mit: Das Hathor-Consort, das Ensemble tasto solo, Mitglieder des Vocalconsort Berlin und die Capella de la Torre bringen in einem von Folkert Uhde moderierten Konzert in St. Egidien die Klangfarbenpracht der „Nürnberger Reformationszeit“ zum Leuchten. 

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Der „Orgel.Wett.Streit“ ist ein neues Format für Orgelimprovisation, das in seinem Herkunftsland Ungarn bereits große Konzertsäle füllt. Am 2. Juli wetteifern auch bei der ION (St. Sebald) zwei Organisten unter den wachsamen Augen eines Spezialisten und des Publikums, das per Videoübertragung das Geschehen am Spieltisch verfolgt und am Ende über Sieg oder Niederlage entscheidet.

Mit dem ION LAB bietet das Festival am 3. Juli herausragenden Studierenden der Hochschule für Musik Nürnberg eine Bühne. Auf Initiative von Prof. Jeremias Schwarzer und des Künstlerischen Leiters der ION, Folkert Uhde, soll sich das ION LAB als Plattform für außergewöhnliche Konzepte und Konzerterfahrungen etablieren.

Die IONacht verwandelt am 7. Juli Nürnbergs Innenstadtkirchen und das Rathaus in ein verwunschenes Musiklabyrinth. Dabei geht es von Bach bis Arvo Pärt, es erklingt Kammermusik von Georg Philipp Telemann zu dessen 250. Todestag, und auf den Lorenzer Orgeln improvisiert David Franke zum Stummfilm „Martin Luther“. Als krönenden Abschluss bittet die ION alle Nachtschwärmer zur großen Abschluss-Party in die ION-Lounge in der Ehrenhalle des Rathauses.

Neuland betritt die ION mit „I Eat the Sun and Drink the Rain“ am 8. Juli in St. Lorenz. Der als Produzent für die Pet Shop Boys, Rammstein, Snoop Doggy Dogg oder Polarkreis 18 bekannt gewordene Musiker und Komponist Sven Helbig hat damit sein erstes abendfüllendes Chorprojekt vorgelegt. Ausführende sind die Mitglieder des Vocalconsort Berlin. Am 9. Juli beschließt mit Heinrich Schützʼ „Geistliche Chormusik, 1648“ eines der einflussreichsten und bis heute am häufigsten gesungenen Motettenwerke der protestantischen Kirchenmusik, die ION 2017. Aufgeführt wird es in St. Sebald von dem Schweizer Ensemble Gli Angeli Geneve und Solisten aus dessen Reihen. Ein umfangreiches Rahmenprogramm begleitet auch in diesem Jahr die ION. Das gesamte Progamm ist unter www.ion-musica-sacra.de/ zu finden


19.04.2017 / ION