Reformationsgedenken in Lund

Als Kirche anerkannt

Das gemeinsame ökumenische Reformationsgedenken in Lund ist von großer Bedeutung. Warum - das erläutert Oberkirchenrat Michael Martin.

Das Reformationsgedenken in Lund ist von großer Bedeutung für die Lutheraner. "Die römisch-katholische Weltkirche erkennt die lutherischen Kirchen als Kirchen neben sich an", so Michael Martin.

Am 31. Oktober 2016 leiten Papst Franziskus, LWB-Präsident Bischof Dr. Munib A. Younan und LWB-Generalsekretär Pfarrer Dr. Martin Junge das gemeinsame ökumenische Reformationsgedenken im Dom zu Lund. Ein besonderes Ereignis, dessen Bedeutung gerade im Blick auf die Beziehungen der lutherischen Kirchen und der römisch-katholischen Kirche nicht hoch genug einzuschätzen sei. "Es ist das erste Mal, dass die lutherische Weltkirche und die römisch-katholischen Weltkirche gemeinsam einen ökumenischen Gottesdienst feiern. Und zwar deshalb das erste Mal, weil beide gleichberechtigt Einladende sind", erläutert Oberkirchenrat Michael Martin.

"Daran wird deutlich, dass die römisch-katholische Kirche die lutherischen Kirchen als eigenständige Kirchen wahrnimmt, ernstnimmt und anerkennt", bringt es der Leiter der Abteilung Ökumene und Kirchliches Leben auf den Punkt. Das sei bereits im Jahr 1999 in und mit der Gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre theologisch durchdacht worden, so Martin, aber nun im Jahr 2016 werde es vor der Weltöffentlichkeit deutlich gemacht.

Zentrum des gemeinsamen katholisch-lutherischen Reformationsgedenkens ist der ökumenische Gottesdienst im Dom zu Lund. Während des Gottesdienstes werden Papst Franziskus und LWB-Präsident Younan eine gemeinsame Verlautbarung zur Ökumene unterzeichnen. Umrahmt wird der Gottesdienst von einer Großveranstaltung in der Malmö-Arena mit 10.000 Teilnehmenden. Dort werden Papst Franziskus, LWB-Präsident Younan und LWB-Generalsekretär Junge nach dem Gottesdienst das gemeinsame Engagement in der Not- und Entwicklungshilfe von LWB-Weltdienst und Caritas Internationalis würdigen und eine Kooperationsvereinbarung in diesem Bereich vorstellen. 

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Der Augsburger evangelische Theologieprofessor Bernd Oberdorfer wird selbst in Lund mit dabei sein. Er hat einen der knappen Sitzplätze im Dom in Lund bekommen, denn Oberdorfer ist Mitglied im 48-köpfigen Rat des Lutherischen Weltbundes (LWB). Dem LWB gehören weltweit 145 Kirchen in 98 Ländern mit insgesamt 72 Millionen Mitgliedern an. Auch die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern ist Mitgliedskirche im LWB.

Er freue sich sehr, sagt Oberdorfer, dass in diesem Gottesdienst ein gemeinsamer Blick von Katholiken und Lutheranern auf die Reformation vor 500 Jahren möglich sei. Ein langer Weg der Vertrauensbildung zwischen Lutheranern und Katholiken sei zurückgelegt worden. Noch vor einigen Jahren hätten die Katholiken die Reformation vor allem als Beginn einer Kirchenspaltung gesehen, derer man eigentlich nur im Bußgottesdienst gedenken könne. Und die Lutheraner feierten ausschließlich die Wiederentdeckung des Evangeliums am Ende des dunklen Mittelalters. Dass man jetzt gemeinsam und in Anwesenheit des Papstes auf beide Aspekte blicken kann, sei ein großer Fortschritt in der Ökumene, so Oberdorfer.

 

Live-Übertragung aus Lund

Von 14:30 Uhr bis 18 Uhr können Interessierte die Veranstaltung als Videostream mitverfolgen..

Die Veranstaltung kann von circa 14:30 Uhr bis 18 Uhr im Internet als Videostream unter www.lund2016.net mitverfolgt werden. Der Gottesdienst wird auch bei Phoenix live übertragen (Sendebeginn 14 Uhr).

Kommunikation zu und rund um die Veranstaltung auf allen Kanälen:  

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28.10.2016 / ELKB