Donausegnungen

Behutsam mit der Schöpfung umgehen

Regionalbischof Weiss wirft ein Holzkreuz in die Donau. Vorne: Der Weihbischof der Griechisch-Orthodoxen Metropolie von Deutschland, Bischof Lefka Evmenios Tamiolakis, links: der katholische Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer, rechts: der Münchner Er

Regionalbischof Weiss wirft ein Holzkreuz in die Donau. Vorne: Weihbischof Lefka Evmenios Tamiolakis der Griechisch-Orthodoxen Metropolie von Deutschland, links: Bischof Rudolf Voderholzer, rechts: der Münchner Erzpriester Apostolos Malamoussis

Bild: Bistum Regensburg

Mit ökumenischen Segnungen der Donau haben die christlichen Kirchen auch an die Verantwortung für die Schöpfung und die Bewahrung des Friedens erinnert.

 Die Segnung des Flusses beruht auf einem Ritus der orthodoxen Kirche, nach dem am 6. Januar die Taufe Christi im Jordan gefeiert wird. In Regensburg kamen mehr als 250 Menschen an die Steinerne Brücke, um zu erleben, wie in einer ökumenischen Gemeinschaftsaktion die Donau gesegnet wurde. An der Zeremonie nahmen der Weihbischof der Griechisch-Orthodoxen Metropolie von Deutschland, Bischof Lefka Evmenios Tamiolakis, der katholische Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer und der evangelische Regionalbischof Hans-Martin Weiss teil. Unter feierlichen orthodoxen Hymnen, Psalmen und Lesungen wurde ein Holzkreuz in die Donau geworfen, um das Wasser und die an ihm lebenden Menschen zu segnen. Die drei Kirchenvertreter wechselten sich dabei ab.

Mit der Segnung der Donau werde zum Ausdruck gebracht, "dass wir behutsam mit der Schöpfung umgehen sollen", sagte Bischof Voderholzer. Auf die besondere Verantwortung aller Donau-Anrainerstaaten für den Frieden wies Regionalbischof Weiss hin. Geborgen wurde das Holzkreuz von Schwimmern der Wasserwacht.

Weitere Segnungen

Wenig später stand eine weitere Donausegnung flussabwärts in Niederaltaich ebenfalls im Zeichen der Ökumene. Das Holzkreuz wurde dort an einem Seil befestigt, um dann wieder an Land gezogen zu werden. Der Ökumenische Arbeitskreis "Lebendige Donau" gab vor 23 Jahren den Impuls für die ökumenische Donausegnung. Die Fluss-Segnung bildet den Höhepunkt der monatlichen Donaugebete in Niederaltaich. Die Feier am Donauufer ist seither zu einem bedeutenden Zeichen ökumenischer Verbundenheit und christlicher Schöpfungsverantwortung in der niederbayerischen Region geworden.

Der Arbeitskreis setzte sich unter anderem für den Erhalt der letzten 70 Kilometer frei fließender Donau im Isarmündungsgebiet ein, der im Februar 2013 vom bayerischen Kabinett nach langem Ringen beschlossen wurde. Die Gebete an der Donau nehmen mehr und mehr die globalen Zusammenhänge von Naturzerstörung, sozialer Ungerechtigkeit und Bedrohung des Friedens weltweit in den Blick. Anliegen des Arbeitskreises ist es unter anderem, die völkerverbindende Dimension der Donau als "andere Balkanroute" in den Mittelpunkt zu stellen. Inspiriert von der ökumenischen Donausegnung in Niederaltaich finden neben der Fluss-Segnung an der Donau in Regensburg nun auch solche an der Ilz in Fischhaus und am Osterbach in Röhrnbach statt.


11.01.2017 / epd