Neujahrs- und Silvesterpredigten

Quelle des lebendigen Wassers

Motivausschnitt Bild zur Jahreslosung 2018 von Dorothee Krämer

Breit-Keßler: "Das ist es doch, wonach wir uns sehnen: Dass wir nicht allein Flüssigkeit trinken dürfen, sondern die Ströme lebendigen Wassers spüren, die von Gott her kommen.“

Bild: Jahreslosung im Verlag am Birnbach - Motivausschnitt von Motiv Dorothee Krämer, www.verlagambirnbach.de

Regionalbischöfin Breit-Keßler predigte an Neujahr zur Jahreslosung 2018. Zu Hoffnung und Zuversicht auch im Blick auf die aktuellen Herausforderungen rieten die Regionalbischöfe Nitsche und Grabow.

Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler, Ständige Vertreterin des Landesbischofs predigte am Neujahrestag in der Münchner Matthäuskirche über die Jahreslosung 2018:

Zitat

Jahreslosung für das Jahr 2018: „Gott spricht: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.“ 

Offenbarung 21,6

Wasser sei Bestandteil des Naturhaushalts und Lebensraum für Tiere und Pflanzen, es sei den Menschen „zu Nutzen, Freude und Genuss, zum Erhalten und Bewahren anvertraut“. Doch nicht achtsam sondern nachlässig gehe die Welt mit dem sogenannten blauen Gold um. Breit-Keßler: „ Weltweit sind über 660 Millionen Menschen ohne sauberes Wasser. Man schätzt, dass jährlich drei Millionen Menschen an Wassermangel sterben. Alle zwanzig Sekunden ein Kind. Unfassbar.“ Sie erinnerte an die Aufgabe, daran mitzuwirken, „dass das Gottesgeschenk Wasser erhalten bleibt und gerecht auf dieser Erde verteilt wird an die, die es zum Leben und Überleben nötig haben“. Die Regionalbischöfin rief die Gottesdienstbesucher auf, sich vital, achtsam und kreativ in Welt und Schöpfung einzubringen. „Schöpfung ist ein Begriff, der Beziehung ausdrückt. Es geht um die Beziehung Gottes zur Welt und um unsere Beziehung zu unserer Umwelt, zu unseren Mitmenschen.“  

Es gebe aber auch den geistigen, den mentalen Durst, ein tiefes Bedürfnis nach Leben: „Der geistliche Durst baut darauf, gestillt zu werden - um der Austrocknung des Glaubens und der Verwüstung der eigenen Existenz oder der anderer zu wehren. Das ist es doch, wonach wir uns sehnen: Dass wir nicht allein Flüssigkeit trinken dürfen, sondern die Ströme lebendigen Wassers spüren, die von Gott her kommen“, betonte die Regionalbischöfin und Ständige Vertreterin.

Predigt am Neujahrstag 2018

Susanne Breit-Keßler,© ELKB / Poep

Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler rief in ihrer Neujahrspredigt zur Jahreslosung 2018 in München dazu auf, sich vital, achtsam und kreativ in Welt und Schöpfung einzubringen.

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Predigt am Altjahresabend 2017

Regionalbischof Michael Grabow,© Kirchenkreis Augsburg

In Augsburg rief Regionalbischof Michael Grabow die Gottesdienstbesucher auf, mit dem vergangenen Jahr Frieden zu schließen und mit Vertrauen und Hoffnung in das neue Jahr zu gehen.

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Gottes Wegweisern und seiner Führung folgen – auch in 2018

In Augsburg rief Regionalbischof Michael Grabow an Silvester die Gottesdienstbesucher auf, mit dem vergangenen Jahr Frieden zu schließen und mit Vertrauen und Hoffnung in das neue Jahr zu gehen. Einfach werde das neue Jahr sicher nicht werden, „auch im kommenden Jahr werde die Welt nicht heil und friedvoll und gesund werden. Sie bleibt zerrissen zwischen Flucht und Zuflucht, zwischen Gefährdung und Bewahrung“, so Grabow. Die Menschen sehnten sich nach den einfachen Lösungen für die eigenen Probleme und für die Probleme der Welt. Doch wer denen folge, die diese scheinbar einfachen Wahrheiten anböten, der werde bald bemerken, dass er auf einem gefährlichen Weg unterwegs sei: „Denn diese scheinbar einfachen Lösungen arbeiten mit Ausgrenzung, mit Feindbildern, mit Verlockung zu autoritären Systemen. Lassen wir uns also nicht verführen von denen, die uns da verlocken wollen, ihren populistischen Sprüchen zu glauben und uns verführen wollen, ihnen zu folgen“, ermahnte Grabow.

Der Regionalbischof von Augsburg und Schwaben hat eine Hoffnung parat, Gottes Versprechen, dass er mit uns Menschen gehen werde – und zwar in jedem einzelnen Moment: „Es gibt keinen gottlosen Moment und keinen gottlosen Ort im neuen Jahr. Gott ist da! Er ist bei uns – ohne wenn und aber. Wir können uns auf sein Mit-uns-sein verlassen.“ Grabow: „Folgen wir lieber Gottes Wegweisern hin zu einem Leben in Liebe zum Nächsten und in Hinwendung zu den Schwachen, die uns nötig haben – egal, ob in Augsburg oder in Timbuktu oder in Aleppo. Folgen wir Gottes guter Führung, die uns nie vergewaltigt oder verführt, sondern uns immer die Luft für die eigene Entscheidung lässt. Folgen wir Gottes Weisung hinein in das neue Jahr 2018.“

Zuversicht ist nicht leicht zu finden

In seiner Silvesterpredigt ging Regionalbischof Stefan Ark Nitsche der existenziellen Frage nach, wie in einer Zeit von Unsicherheit und weltweiter Konflikte Zuversicht entstehen kann: „Zuversicht entsteht im Kraftfeld von Erfahrungen, wo etwas gelungen ist und dem Vertrauen darauf, dass auch in Zukunft gute Erfahrungen möglich sind.“ Eine Quelle dieses Vertrauens sei für ihn der Glaube: „Wer darauf vertraut, dass ihn auf allen Wegen und in allen Sackgassen seines Lebens nichts trennen kann von Gottes Liebe, der kann solche Zuversicht entwickeln“, so der Regionalbischof.

Diese Zuversicht sei einerseits Geschenk, andererseits muss man sie sich erarbeiten. Nitsche: „Es gilt, bei aller Wachsamkeit für Gefahren keine geistigen Mauern zu bauen, sondern achtsam zu werden für die Chancen von gelingendem Miteinander.“ Ein gutes Beispiel sei für Nitsche der erstaunliche ökumenische Stimmungswandel bei der Feier des Lutherjahres: „Wenn jemand vor 50 Jahren vorhergesagt hätte, dass wir 500 Jahre Reformation gemeinsam mit den Katholiken als Christusfest feiern, hätte man ihn für verrückt erklärt.“

Diese Zuversicht habe der Regionalbischof für Nürnberg auch im Blick auf aktuelle Herausforderungen wie den Dialog mit dem Islam: „Auch wenn das Verhältnis zum Islam noch einmal etwas ganz anderes ist als das der christlichen Konfessionen zueinander, so bin ich doch zuversichtlich, dass wir zu einem guten Miteinander kommen können, wenn wir auf die Friedensliebhaber im Islam zugehen“, erläuterte Nitsche.


01.01.2018 / ELKB