Medienpreis 2017

Für den gesellschaftlichen Zusammenhalt

Medienempfang 2017

Die Preisträger (v.l.) Markus Raffler, Michael Mang, Gero von Randow und Preisträgerin Ann-Kathrin Eckardt (2.v.r.), freuen sich mit Regionalbischöfin Susanne Breit Keßler und Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm.

Bild: ELKB

Qualitätsjournalismus ist wichtig für die Gesellschaft: Bei der Preisverleihung wurden herausragende journalistische Beiträge zum Thema "Auf dem Weg zu einem neuen Miteinander" ausgezeichnet.

Journalisten der "Zeit", der "Süddeutschen Zeitung" und der "Allgäuer Zeitung" haben am Mittwochabend in Nürnberg den Medienpreis der bayerischen Landeskirche erhalten. Der Wettbewerb stand unter dem Thema "Europa 4.0 - Auf dem Weg zu einem neuen Miteinander". Dabei sollte deutlich werden, welche Werte auf dem Weg zur angestrebten Gesellschaft 4.0 nicht auf der Strecke bleiben dürften, sagte die Ständige Vertreterin des bayerischen evangelischen Landesbischofs, Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler, bei der Preisverleihung im Germanischen Nationalmuseum. Der Medienpreis der Landeskirche wurde bereits zum sechsten Mal verliehen.

Die Auszeichnung soll die Bedeutung seriöser Medien und des Qualitätsjournalismus für die demokratische Gesellschaft unterstreichen. In seiner Begrüßung hob Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm eben dies hervor: „Kirche und Journalismus haben gerade heute etwas je Wichtiges zu einer gemeinsamen Zukunftsaufgabe beizutragen – nämlich zur neuen Austarierung des Verhältnisses von Individuum und Gesellschaft“, betonte Bedford-Strohm.

Zitat

Eine Gesellschaft kann nicht existieren, wenn sie in immer kleinere Segmente zerfällt und aus weitgehend unverbundenen Individuen bestehen soll. Um ein demokratisches und solidarisches Gemeinwesen bleiben zu können, braucht die Gesellschaft Beziehungsgeflechte und gemeinsame Grundorientierungen.

Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm bei der Medienpreisverleihung

Durch Facebook und die anderen Social Media könne jeder sofort und ohne großen technischen Aufwand sein Anliegen, seine Position öffentlich mitteilen. Aufgabe des Journalismus sei es heute daher umso mehr, in dieser Fülle an Informationen eine sinnvolle Einordnung und Bewertung zu leisten. Kirche und Qualitätsjournalismus hätten dabei beide auf ihre je eigene Art  eine zentrale Rolle, denn beiden ginge es letztlich auch um einen Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenhalt.

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Dia Laudatio auf die Preisträgerinnen und Preisträger hielt die Vorsitzende der Jury, Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler. Sie unterstrich die Bedeutung eines Engagements für die Zivilgesellschaft, "für Schwache und Flüchtlinge, die Heimat brauchen". Es sei wichtig, "Menschen zu ermutigen, sich für ein gerechtes, friedliches Europa und eine ebensolche Welt einzusetzen". Nicht nur die sich abzeichnende "vierte industrielle Revolution" bringe Europa in einen neuen Zustand, sondern auch neue Modelle an Gemeinsinn und Solidarität, erklärte Breit-Keßler.

In der Sparte "Magazin" ging der mit 2.500 Euro dotierte Preis an Mohamed Amjahid und Gero von Randow für ihren in der "Zeit" veröffentlichten Beitrag "Sehnsucht ohne Ort? Von wegen!". Die Autoren machten deutlich, dass es in Europa Utopien brauche, "wenn es hapert am Miteinander, eine soziale Gesellschaftsordnung hergestellt und Menschen neu beschützt werden müssen", sagte Breit-Keßler als Vorsitzende der Jury. Die Artikel von Amjahid und von Randow seien "intellektueller und sprachlicher Genuss".

Ebenfalls einen mit 2.500 Euro dotierten Preis erhielt Ann-Kathrin Eckardt für ihre Reportage "Gute Menschen", die in der "Süddeutschen Zeitung" erschienen ist. Darin beschreibt sie die Höhen und Tiefen ihres persönlichen Engagements für Flüchtlinge. Die Regionalbischöfin dankte Eckardt für "Anschaulichkeit, Selbstironie, Offenheit und Mut" in ihrem Text, der deutlich mache "dass es einfach keine menschliche und vernünftige Alternative zur Humanität gibt".

Einen Sonderpreis in Höhe von 1.500 Euro sprach die Jury der "Allgäuer Zeitung" für eine Artikel-Serie zu Europa zu. Dieser Sonderpreis wurde gestiftet vom Evangelischen Presseverband für Bayern (EPV) und Regionalbischöfin Breit-Keßler. Das Autorenteam habe bodenständig, praktisch am Alltag orientiert dargestellt, was Europa für Menschen im Allgäu bedeute.


29.06.2017 / epd/ELKB