Reformationsjubiläum

Lutherstadt Coburg

25 Wochen verbrachte Martin Luther im Jahr 1530 in Coburg. Viele Schriften entstanden in dieser Zeit, in der er auf den Ausgang des Reichstags in Augsburg wartete.

"Der Ort ist sehr hübsch und bequem zum studieren", schrieb Luther in einem Brief aus Coburg  an seinen Sohn Hans. In keiner anderen bayerischen Stadt hat sich Martin Luther länger aufgehalten, als in Coburg. Am Karfreitag im Jahr 1530 reiste Martin Luther mit seinem Gefolge in der kleinen Stadt im heutigen Oberfranken an. Er war auf dem Weg nach Augsburg zum Reichstag,  bei dem der Glaubensstreit verhandelt werden sollte. 1530  hatte sich die Reformation im gesamten Kurfürstentum Sachsen bereits durchgesetzt. Doch Luther stand noch immer unter Reichsbann und die Reise nach Augsburg wurde ihm verwehrt. Coburg war der letzte geschützte Ort für ihn im Gebiet seines Kurfürsten. 

Frühjahrstagung 2017

Die Veste aus dem 10. Jahrhundert überragt Coburg. Hier fand Luther für fünf Monate eine Unterkunft.

Bild: Mölkner-Kappl

Luther zog auf die Veste, eine Burg oberhalb der Stadt. In der folgenden Osterzeit predigte er sieben Mal in der Morizkirche, der ältesten Kirche Coburgs. 25 Wochen lang verfolgte Luther im Schutz der Veste aus der Distanz die Verhandlungen in Augsburg. Er nutzte die Zeit produktiv, schrieb rund 120 Briefe und  arbeitete im Rahmen seiner Bibelübersetzung an den Propheten und den Psalmen („Coburger Psalter“ Psalm 1-25).

Sein ungesunder Lebensstil ließ ihn bereits kurz nach seiner Ankunft in Coburg krank werden. Der Reichstag endete ohne die erhoffte Einigung von Katholiken und Protestanten. Am 4. Oktober verließ Luther Coburg, erneut im Gefolge seines Kurfürsten, und kehrte zurück nach Wittenberg.

Viele Dokumente jener Zeit haben die Jahrhunderte und Kriege überstanden. In der Coburger Landesbibliothek sind bis heute rund 700 zeitgenössische Lutherausgaben sowie wertvolle Lutherbibeln und originale Schriften . 

Buchempfehlung

Cover des Buches Michael Böhm, Dorothea Greiner (Hg.): Orte der Reformation - Coburg

Michael Böhm, Dorothea Greiner (Hg.)

Orte der Reformation - Coburg

Am 29. April 2014 wurde ein neues Buch in der Reihe "Orte der Reformation" in der Morizkirche in Coburg von Regionalbischöfin Dr. Dorothea Greiner, als Mitherausgeberin  vorgestellt.
Die Stadt Coburg ist durch den halbjährigen Aufenthalt Martin Luthers auf der Veste Coburg im Jahr 1530 die wichtigste Lutherstadt in Bayern. In der deutschlandweiten Buchreihe „Orte der Reformation“ ist nun nach den Büchern über Nürnberg und Augsburg auch ein informativer Bildband über Coburg erschienen.

ISBN 978-3-374-03742-1

Bestellinformation:

Das Buch ist im Buchhandel für 9,90 € erhältlich.



29.03.2017 / Film: Axel Mölkner-Kappl/ Text: Kerygma