Germanisches Nationalmuseum

Luther, Kolumbus und die Folgen

Welt im Wandel 1500 bis 1600. Ein Video über die Sonderausstellung des Germanischen Nationalmuseums in Nürnberg von Axel Mölkner-Kappl

Die Entdeckung Amerikas, die Reformation und das Weltbild von Kopernikus fielen in die gleiche Zeit. Dazu ist ab dem 13. Juli eine Ausstellung im Germanischen Nationalmuseums in Nürnberg zu sehen. 

Vor fünfhundert Jahren beginnt die Welt „an allen Enden zu knacken“. So jedenfalls empfand es Martin Luther, der diese Veränderungen selber mit ausgelöst hat. Gleichzeitig tritt weit im Westen Amerika als „Neue Welt“ zutage. Sie bringt das alte Weltbild noch mehr ins Wanken.

Diese zwei mächtigen Entwicklungen veränderten ab 1500 die europäische Sicht auf Gott und die Welt: Immer mehr Christen zweifelten an kirchlichen Anweisungen zum richtigen Glauben und suchten nach Alternativen. Und aus einer vermeintlich besseren Seeroute nach Ostasien wuchs langsam die Erkenntnis, dass bisher ein ganzer Kontinent übersehen worden war. Die Ausstellung "Luther, Kolumbus und die Folgen. Welt im Wandel 1500–1600" im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg, ist bis zum 12. November zu sehen, und soll zeigen, wie das neue religiöse Weltbild und die neue Geografie die Gesellschaft damals veränderten.

Mehr zum Thema

Während Luther schnell gesellschaftlich deutlich wahrgenommen wurde, setzten sich die Entdeckungen von Kolumbus und Kopernikus erst langsam durch. In einem Kapitel der Schau wird es um Fortschrittsoptimismus und ein neues Wissenschaftsverständnis gehen. Errungenschaften wie die Autopsie, der Buchdruck oder neues Wissen aus der Zoologie sind hier Thema.

Das Germanische Nationalmuseum versammelt zum Reformationsjubiläum außerdem herausragende Kunstwerke und Bildzeugnisse europäischer Zukunftsfreude und Zukunftsangst in der großen Sonderausstellung – von Christoph Kolumbus‘ eigenhändigen Wetterberichten über den gewaltigen wasserspeienden Satan der Kölner Domfassade bis hin zu den ersten Indianerbildern in Europa. Begleitend findet man auf der Homepage eine Digitale Story zu der Ausstellung und die App des Museums, die auf dem Rundgang informiert und orientiert. Multimediale Funktionen ermöglichen eine gezielte Vertiefung zu Objekten und Themen. Wo es etwas zu entdecken gibt, zeigt das Smartphone automatisch an.


11.07.2017 / GNM