Nürnberg

40 Jahre Lateinamerikawoche

Lateinamerikawoche 2017 Plakatausschnitt

Die Lateinamerikawoche bietet vom 21. bis 29. Januar Kultur und Information in der Nürnberger Villa Leon.

Bild: Lateinamerikawoche

Zum 40. Mal findet vom 21. bis 29. Januar die „Lateinamerikawoche“ in der Nürnberger Villa Leon statt.  Sie wirft einen differenzierten Blick auf die Entwicklungen in den Ländern des Subkontinents.

Die Lateinamerikawoche in Nürnberg wird 40 Jahre alt. Das vielfältige Veranstaltungsprogramm aus Kultur, Politik, Musik, Ausstellung und Gottesdienst ist in dieser Form bundesweit das älteste und findet traditionell in der letzten Januarwoche in der Villa Leon statt. 

Zum Auftakt am 21. Januar, 20 Uhr, lädt das virtuose brasilianische Choro-Quartett „Regional Matuto“ zu einer Reise durch die Musikgeschichte Brasiliens ein. Der „Choro“ entstand im ausgehenden 19. Jahrhundert als Verbindung europäischer Tanzmusik mit afrikanischen Rhythmen und integriert bis heute die Vielfalt der Musikstile Brasiliens. Der durch Vermittlung des Vereins „Chorinho“ zustande gekommene Abend ist der perfekte Start in eine Woche voller interessanter Lateinamerika-Veranstaltungen.

Der chilenische Autor Juan Riquelme Lagos stellt bei einer literarischen Matinée am 22. Januar, 11.30 Uhr, seinen Roman „Im Schatten des Nachbarn“ vor – ein großer Roman über Diktatur und individuelles Erleben. Der traditionelle Gottesdienst im lateinamerikanischen Stil am Sonntag steht unter dem Motto „Lebensrealitäten und Jesusbilder“ (18 Uhr).

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Von Montag bis Donnerstag stehen dann jeweils um 18 und 20 Uhr thematische Veranstaltungen auf dem Programm. So geht es am Montag um die Verletzung von Menschenrechten durch internationale Konzerne und die Rolle von Menschenrechten in der deutschen Außenpolitik. Vorträge über Frauenkollektive in Lateinamerika, die mit Textilkunst gegen das Vergessen arbeiten, und über die inneren und äußeren Einflüsse des Veränderungsprozess in Kuba stehen am Dienstag auf dem Programm.

Die Rolle der Pfingstkirchen in Brasilien und ganz Lateinamerika und die Rückkehr des Neoliberalismus in verschiedenen Staaten Lateinamerikas sind die Themen am Mittwoch.Am Donnerstag geht es um „Gipfel-Perspektiven“ anlässlich des G20-Gipfels in Hamburg und den Friedensprozess in Kolumbien.

Auf 40 Jahre Lateinamerikawoche und auf die Veränderungen, die Lateinamerika seit 1977 durchgemacht hat, blicken am Freitag, 27. Januar, 19 Uhr, zahlreiche ehemalige und aktuelle Akteure der Lateinamerikawoche zurück, darunter auch Landesbischof a.D. Dr. Johannes Friedrich sein, der als Nürnberger Studentenpfarrer Anfang der 1980er Jahre mit dabei war.

Zum Abschluss der Woche spielt am Samstag, 28. Januar, 20 Uhr, die bajuwarisch-mexikanische Bruderschaft „Los Pistoleros“ mit „Cumbia y mustache mambo“ zum Tanz auf. Danach legen die lateinamerikanischen Redaktionen von Radio Z bei der „AfterLaWoParty“ auf. Unter dem Motto „Karneval für Alle“ feiern am Sonntag, 29. Januar noch Groß und Klein ab 14.30 Uhr ein buntes Fest mit tollem Programm, bei dem Verkleidung erwünscht ist. Umrahmt wird die Woche von einer Ausstellung zum Thema „Faire Supermärkte?!“, zu der auch Workshops für Gruppen und Schulklassen gebucht werden können.

Die Lateinamerikawoche wirft einen differenzierten Blick auf die aktuellen Entwicklungen in Lateinamerika und die Verflechtungen mit der deutschen und der europäischen Wirtschaft und Politik und zieht viele Besucherinnen und Besucher an. Sie wird von einem breiten Kreis aus kirchlichen, kommunalen und zivilgesellschaftlichen Trägern veranstaltet, darunter das Partnerschaftscentrum Mission Eine Welt.


18.01.2017 / Missin EineWelt