Landestagung Kindergottesdienst

"Wie ein kleiner Kirchentag"

Junge mit Kindergottesdienstfahne

Feierlichen Abschluss der Landestagung "Kirche mit Kindern" bildet der Open-Air-Gottesdienst - wie hier auf der Tagung in Straubing 2012.

Bild: Kirche mit Kindern

Vom 10. - 12. Juni findet in Weiden die Landestagung für Kindergottesdienst statt. "Schnell anmelden", sagt Pfarrerin Susanne Haeßler, denn die Tagung verspricht Spaß und viele neue Impulse.

Am Wochenende vom 10. - 12. Juni steht Weiden ganz im Zeichen der "Kirche mit Kindern". Unter dem Motto „Weit-weiter-Weite“ findet ein buntes Programm mit Workshops, Bibelarbeiten, Markt der Möglichkeiten und attraktiven Kulturveranstaltungen am Abend statt. Etwa 500 Mitarbeitende erwartet der Landesverband für Evangelische Kindergottesdienstarbeit in Bayern, der dieses Großereignis alle 4 Jahre veranstaltet, zu dieser Tagung. Feierlicher Höhepunkt wird der Openair-Gottesdienst mit Landesbischof Heinrich Bedford- Strohm vor dem Alten Rathaus sein. Was geschieht auf der Landestagung? Fragen an Kindergottesdienstpfarrerin Susanne Haeßler.

Frau Haeßler, alle vier Jahre treffen sich Kindergottesdienst-Mitarbeitende zu ihrer bayernweiten Tagung. Im Juni ist es wieder so weit und Sie sind erstmals dafür verantwortlich – sind Sie aufgeregt?
Susanne Haeßler: Ich bin sehr gespannt auf die Tagung – das ist ja ein richtiges Großevent! Aktuell haben wir rund 450 Anmeldungen. Es steht ein großes Vorbereitungs-Team hinter der Tagung, das ist gut. Trotzdem wird der Adrenalinspiegel auf der Tagung sicher höher sein, als an einem Tag im Büro. Aber das ist eine sehr freudige Aufregung!

Was ist Ziel der Landestagung?
Susanne Haeßler: Ermutigen, motivieren, neue Impulse weitergeben für die Kirche mit Kindern – das ist unser Ziel. Wenn die Tagungsgäste heimfahren und sagen: Ich habe neue Ideen für den Kindergottesdienst in meiner Gemeinde bekommen und ich konnte auch selber innerlich auftanken, dann freue ich mich.

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In diesem Jahr ist das Thema „Weit – weiter- Weite“ – was wollen Sie damit sagen?
Susanne Haeßler: Manchmal hat man ja einen engen Blick. Man sieht nur was schwierig ist, z.B. es kommen weniger Kinder als früher zum Kindergottesdienst – aber eine Perspektive fehlt, wie es weiter gehen kann. Es braucht Mut, Neuland zu betreten, z.B. ein neues Konzept für Kinderkirche zu entwickeln. Aber Gott stellt unsere Füße auf weiten Raum und öffnet unseren Blick. Das soll in Weiden erfahrbar werden.

Gibt es einen „besonderen Geist“ der Tagung?
Susanne Haeßler: Es ist ein toller Erlebnis zu merken: Wir sind viele! Wenn rund 500 Leute zusammen singen oder in Aktion kommen (wie bei den Bibelarbeiten)… Das Feeling ist ein bisschen wie Kirchentag in Klein. Da kommen Menschen zusammen, die etwas gemeinsam haben: Sie möchten Glauben weitergeben und teilen mit Kindern. Diese gemeinsame Basis verbindet.

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Landestagung in den Sozialen Medien

Wir laden Sie ein, über die Landestagung auch in den Social Medien zu kommunizieren. Posten Sie auf Facebook aus Weiden, teilen Sie unsere Post von den Facebook-Seite www.facebook.com/kigobayern und facebook.com/evangelischlutherischekircheinbayern, machen Sie Bilder oder Videos auf Instagram oder twittern Sie. Je mehr, je besser. Verwenden Sie bitte als Hashtag immer #kigoweite. So können auch andere Ihre Bilder und Beiträge finden und Sie sich miteinander vernetzen. Ihre Vielfalt ist unsere gemeinsame Weite, die wir in Weiden gemeinsam erreichen wollen.

Worauf können sich die Weidener freuen?
Susanne Haeßler: Das Kulturprogramm am Samstagabend ist für alle offen: Es gibt ein Konzert mit Wolfgang Buck und das Theaterstück „Der verborgene Schatz“ mit dem Oberpfälzer Landestheater, für beides sind an der Abendkasse Karten zu bekommen. Und der große Marktplatzgottesdienst am Sonntag wird bestimmt ein Magnet! Ansonsten werden die Weidener sicher vielen gut gelaunten Kigo-Leuten über den Weg laufen.

Was sind für Sie Höhepunkte im Programm?
Susanne Haeßler: Der Gottesdienst am Sonntag auf dem Marktplatz wird sicher ein Höhepunkt. Toll, dass unser Landesbischof als Prediger dabei ist! Außerdem fast 60 Bläser und die Weidener Band Ephesus. Das wird ein kreativer, bewegter Gottesdienst, auf den ich mich sehr freue!

Welche Workshops sind besonders gefragt?
Susanne Haeßler: Ganz schnell ausgebucht war der Erzählworkshop mit dem Puppenspieler Matthias Jungermann und die Schnitzeljagd 2.0 mit dem Smartphone. Auch der Workshop „Rückengeschichten“ ist schon voll und die Gruppe „Bewegungsspiele im Kindergottesdienst“. Aber es gibt noch viele tolle Workshops, in denen Platz ist!

Wer darf teilnehmen?
Susanne Haeßler: Alle, die Gottesdienste mit Kindern feiern – Ehrenamtliche und Hauptamtliche – sind herzlich eingeladen. Auch Relilehrkräfte und Erzieherinnen finden garantiert gute Ideen für die Praxis.

Wenn ich noch nicht angemeldet bin,…
Susanne Haeßler: Dann einfach schnell anmelden unter www.weit-weiter-Weite.de . Es gibt keinen Anmeldeschluss, aber wer seine Wunsch-Workshops bekommen will, sollte nicht mehr ewig warten. Für Samstag 11.6. gibt’s auch Tageskarten, sogar direkt vor Ort im Tagungsbüro in Weiden.

Kann ich meine Kinder mitbringen?
Susanne Haeßler: Das werden wir immer wieder gefragt. Zum Open-Air-Gottesdienst am Sonntag sind Familien ganz herzlich eingeladen! An den anderen Tagen hat die Tagung Fortbildungscharakter. Es gibt Vorträge, Bibelarbeiten und Workshops. Das wäre für Kinder nicht das Richtige. Daher ist die Tagung für Erwachsene gedacht. Bisher gab es kaum Nachfrage nach einem Betreuungsangebot. Aber das ist eine Idee, die sich für die nächste Landestagung ja ausbrüten ließe.

Was begeistert Sie selbst an der Kindergottesdienstarbeit?
Susanne Haeßler: Ich habe 14 Jahre lang als Gemeindepfarrerin Gottesdienste mit Kindern gestaltet – immer zusammen mit sehr engagierten Teams. Mit Kindern Glauben zu feiern und zu teilen, das gibt mir selber ganz viel. Ich erzähle leidenschaftlich gern Geschichten aus der Bibel und staune über die Fragen, die Kinder dazu stellen. Und ich kann mir von ihrem Gottvertrauen immer wieder eine Scheibe abschneiden. Als Kindergottesdienstpfarrerin bin ich Ansprechpartnerin für die ehren- und hauptamtlichen Kindergottesdienstleute und immer wieder beeindruckt von deren Engagement!

Welche besonderen Herausforderungen sehen Sie gegenwärtig für die Kirche mit Kindern?
Susanne Haeßler: Wenn wir in Zukunft Kinder und Familien erreichen wollen, dann müssen wir uns in den Gemeinden auf die Lebenssituation von Familien heute einstellen. Familienzeit ist knapp und wertvoll. Ein Gottesdienst, der die Kinder – aber auch ihre Eltern anspricht, um 11.00 Uhr mit Mittagessen oder Brunch danach, das geht in vielen Gemeinden gut. Da wird Kirche zum Begegnungsraum. Gleichzeitig gilt es den „klassischen“ Kigo zu stärken, dort wo er gut läuft. Denn der Kindergottesdienst als „elternfreie“ Zone ist ganz wertvoll: da haben Kinderfreude und Kindersorgen Platz vor Gott.

Zur Person

Pfarrerin Susanne Haeßler, Bild: © privat

Susanne Haeßler

ist Kindergottesdienstpfarrerin und Referentin für Kirche mit Kindern in Bayern.  


09.05.2016 / ELKB