Martin-Lagois-Fotowettbewerb

Starke Frauen im Fokus

Lagois Fotowettbewerb

Die Bilder der Berliner Fotografin Sonja Hamad sind Teil der Wanderausstellung.

Bild: Sonja Hamad

Mit ihren Porträts kurdischer Freiheitskämpferinnen hat Sonja Hamad den ersten Preis des Martin-Lagois-Fotowettbewerbs gewonnen. Schirmherrin Susanne Breit-Keßler würdigt die ausgezeichneten Arbeiten.

Berliner Fotografin Sonja Hamad nahm am Dienstagabend in der Nürnberger Egidienkirche den Preis aus den Händen der Schirmherrin, der Ständigen Vertreterin des bayerischen evangelischen Landesbischofs, Susanne Breit-Keßler, entgegen. "Ihre Bilder sind Gänsehaut", sagte die Oberkirchenrätin in ihrer Laudatio. Hamads Fotos zeigten unter dem Titel "Jin-Jiyan-Azadi - Frauen - Leben - Freiheit" starke Frauen, die sich nichts gefallen ließen und das Heft des Handelns selbst in die Hand nähmen. Die Frauen auf den Fotos strahlten Entschlossenheit und Verwundbarkeit aus. „Sonja Hamads Frauen sind Kriegerinnen. Das mag erschrecken, wer Mädchen und Frauen auf traditionelle Verhaltensmuster festlegt. Aber wahr ist doch auch: Kein Land kann Respekt für sich einfordern, das seinen Mädchen und Frauen Freiheit nimmt. Kein Mann besitzt wahre Würde, der Mädchen und Frauen demütigt, zerbricht und tötet. Was bleibt, wenn einem Menschenrechte verwehrt bleiben", erklärte Breit-Keßler.

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Der vom Evangelischen Presseverband für Bayern (EPV) ausgelobte Foto-Preis stand unter dem Motto "Auf der Flucht: Frauen und Migration". Die Preisträger sorgten mit ihren Bildern für eine mentale Dimension, "eine Haltung der Gesellschaft, die wir dringend brauchen und deshalb im Auge behalten sollten", sagte Breit-Keßler. Es sei Aufgabe der ausgezeichneten Fotografen und der Kirche, "für die zu sorgen, die sich nicht mehr heraus sehen".

Den Sonderpreis der Jury erhielt Erol Gurian, der das Leben eines syrischen Flüchtlingsmädchens im libanesischen Bekaa-Tal zeigt, wo in Zeltstädten 400.000 geflohene Menschen leben. Die Kinder der Geflüchteten müssen bei glühender Hitze bei der Ernte helfen oder werden von ihren Eltern für 2.000 bis 4.000 Dollar als Ehefrauen verkauft.

Lagois-Preis

Der Sonderpreis der Jury wurde Erol Gurian von Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler überreicht.

Bild: epv/Giulia Iannicelli

Weitere Fotografen, die in der Ausstellung präsentiert werden: Heiko Roith mit seiner Reportage „Faces of Syria“. Mit schusssicherer Weste und Leibwächter flog er nach Syrien. „Seine Gesichter ziehen Betrachtende in ihren Bann: Eine wunderschöne Frau, deren Gottesebenbildlichkeit nicht einmal das Leid zerstören kann. „, so Susanne Breit-Keßler.

Emine Akbaba, Deutsch-Türkin aus Hannover, präsentiert „Beyond dreams and hopes“. Die Fotoreportage über Turkiye und ihre Töchter Ruba, Eye, Suher und Fatma, denen die Flucht aus Syrien in die Türkei gelungen ist. Wie Schirmherrin Susanne Breit-Keßler erklärte, zeigten die Fotos „eine mentale Dimension, eine Haltung der Gesellschaft, die wir dringend brauchen und deshalb im Auge behalten sollten.“

Der "Martin-Lagois-Fotowettbewerb" fördert die Bildberichterstattung zu Kirche, Diakonie und Religion und wird vom Evangelischen Presseverband für Bayern e.V. (EPV) vergeben. Die mit insgesamt 5.000 Euro dotierte Auszeichnung für herausragende fotografische Arbeiten wird alle zwei Jahre verliehen. Der Wettbewerb wird unterstützt von dem Evangelischen Siedlungswerk (ESW), Pigture Werbedruck sowie der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern und der St. Egidienkirche Nürnberg.


26.10.2016 / epd/EPV