Ökumenische FriedensDekade 2016

"Kriegsspuren"

Der Bild zeigt das Plakatmotiv der Friedensdekade 2016: einen Kugeleinschlag in einer Hausmauer.

Krieg hinterlässt nicht nur Spuren in Hausmauern, sondern auch in der Seele von Menschen - oft über Generationen hinweg.

Bild: Friedensdekade

Mit einem ökumenischen Gottesdienst wird am 6. November die diesjährige FriedensDekade in der St. Matthäuskirche Markt Einersheim eröffnet. Die Festpredigt hält der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick.

Unter dem Motto "Kriegsspuren" erinnert die FriedensDekade an die Wunden, die kriegerische Gewalt an Gegenständen, an der Natur, aber auch an der Seele hinterlässt. "Historische Stätten werden ebenso zerstört wie Wohn- und Krankenhäuser oder die Infrastruktur eines Landes", schreibt Jan Gildemeister, Vorsitzender des Ökumenische FriedensDekade e. V. "Auch die Natur wird in Mitleidenschaft gezogen. Erschreckender sind aber noch die Spuren bei Menschen, die in Kriegsregionen in Syrien, Libyen, Sudan, Mali oder Afghanistan überleben: Es sind vor allem Zivilistinnen und Zivilisten, die Angehörige und Freunde verlieren, selber verletzt werden und/oder Traumata erleiden.“

Mit zahlreichen Gottesdiensten, Friedensgebeten und Veranstaltungen wird in diesem Jahr besonders im Dekanat Markt Einersheim die FriedensDekade begangen. So mit dem Festgottesdienst zur bayernweiten Eröffnung in der St. Matthäuskirche in Markt Einersheim am Sonntag, den 6. November um 16 Uhr, bei dem der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick die Festpredigt halten wird.

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In Scheinfeld wird das Thema mit Friedensgebeten, einem Tag der Musik und der Kunst mit der Eröffnung der Ausstellung "Kriegsspuren" und mit einem Discogottesdienst " Lass mich in Frieden" aufgegriffen. Auch in Markt Nordheim beteiligt man sich rege: mit einem Erinnerungsnachmittag für Senioren und mit einer Exkursion zu Kriegsspuren im Gemeindegebiet. Weitere Programmpunkte sind ein Vortrag "Bis ins vierte Glied: wie Kriegsspuren prägen und wie wir Segensspuren vertiefen" mit der Leiterin der Arbeitsstelle Kokon, Pfarrerin Claudia Kuchenbauer, ein Gottesdienst an besonderen Orten in Markt Bibart und zahlreiche Gottesdienste zu Volkstrauertag und Buß- und Bettag.

Auch in anderen Gemeinden Bayerns sind zahlreiche Veranstaltungen zur Friedensdekade geplant.

Der Dekan von Markt Einersheim, Ivo Huber, früherer Ökumenereferent der Bayerischen Landeskirche, erinnert an die Entstehung der FriedensDekade im Jahr 1979, dem Jahr als Khomeini im Iran und Saddam Hussein im Irak an die Macht kamen, "also einem Schlüsseljahr, dessen Veränderung uns bis heute beschäftigen". Die Anregung der Kirchen in den Niederlanden, mit einer FriedensDekade ein deutliches Zeichen zusetzen, sei von vielen Kirchen aufgegriffen und bis heute gepflegt worden. Huber vergleicht die FriedensDekade mit einem Lauf für den Frieden, dessen Stafette Jahr für Jahr von Dekanat zu Dekanat weitergereicht werde. "Mit der FriedensDekade laufen wir für den Frieden. Wir wollen ein Zeichen dafür setzen, dass der Friede eine Verheißung Gottes ist, für die wir uns als Kirchen gemeinsam einsetzen."

Die FriedensDekade – das sind zehn Tage vor dem Buß- und Bettag, die mit Veranstaltungen das Thema Frieden und friedliches Handeln in unserer Welt besonders ins Bewusstsein bringen sollen und dazu einladen, sich für friedliche Entwicklungen zu engagieren. Seit 1980 wird die FriedensDekade jährlich und seit 1992 als Ökumenische FriedensDekade durchgeführt. Die FriedensDekade ist eine bundesweite Aktion, die von der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) und der "Ökumenischen Dekade Frieden in Gerechtigkeit" organisiert wird.


02.11.2016 / Ökumenische FriedensDekade/Sandra Kaufmann