Kircheneintrittsstelle München

1.800 Eintritte in zehn Jahren

Kircheneintrittsstelle München

Der Eintritt in die Kirche führt nicht nur klassisch über die Ortsgemeinde. In Bayern gibt es Kircheneintrittsstellen, die den Weg zur Kirche so niederschwellig wie möglich machen.

Bild: iStock-franckreporter

Zum zehnjährigen Bestehen zieht die evangelische Kircheneintrittsstelle München eine positive Bilanz. Seit 2008 seien hier 1.800 Menschen der evangelischen Kirche beigetreten.

Ziel der zentral gelegenen Einrichtung sei es, den Eintritt so niedrigschwellig wie möglich zu gestalten, sagte Pfarrer Sebastian Kühnen, der die Einrichtung gemeinsam mit Sabine Bleise-Donderer leitet, dem Evangelischen Pressedienst (epd). Wer Personalausweis, Taufbescheinigung und Austrittsbescheinigung mitbringt, kann innerhalb einer Stunde Mitglied der evangelischen Kirche werden.

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Darüber hinaus fungiere die Einrichtung als Seismograph, "der erspürt, was die Menschen beschäftigt und was sie sich von Kirche wünschen", sagte Bleise-Donderer. Das Eintrittsgespräch entwickle sich oft zu einem seelsorgerlichen Gespräch, in dem noch einmal die Beweggründe für Aus- und Wiedereintritt reflektiert würden. Außerdem biete die Stelle Tauf- und Glaubenskurse für Einheimische und Geflüchtete an und sei mit einem ökumenischen Stand auf Hochzeitsmessen vertreten.

Die erste Kircheneintrittsstelle wurde 2006 in Nürnberg eröffnet - Augsburg, München, Aschaffenburg und Regensburg folgten. Damals seien sie laut Kühnen als Reaktion auf die rückläufige Mitgliederentwicklung der Vorjahre ins Leben gerufen worden.

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Kircheneintrittsstelle München feiert

Das zehnjährige Bestehen feiert die Kircheintrittsstelle am Sonntag, 10. Juni. Um 15 Uhr startet an der Matthäuskirche die Stadtführung "München mit anderen Augen sehen". Sie endet in St. Markus, wo um 18 Uhr unter dem Motto "Auf dass mein Haus voll werde" ein Festgottesdienst mit Stadtdekanin Barbara Kittelberger und Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler stattfindet. Im Anschluss an den Gottesdienst lädt die Kircheneintrittsstelle zum Empfang ein.

Erstmals seit drei Jahren traten im Jahr 2016 deutschlandweit weniger Menschen aus der evangelischen Kirche aus, als Mitglieder im selben Zeitraum durch Taufe (180.000) oder (Wieder-) Aufnahme (25.000) hinzukamen. Dennoch kam es 2016 zu einem leichten Rückgang der Mitgliederzahlen um 1,57 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Laut der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) ist dieser allerdings auf den demografischen Wandel zurückzuführen: Im Jahr 2016 verstarben rund 340.00 Mitglieder der evangelischen Kirche.


30.05.2018 / epd