Kirche des Monats September 2018

Die Sanierung eines „Schatzkästleins“

Kirche des Monats September 2018

Im Altarschrein steht eine Madonna im Strahlenkranz mit dem Jesuskind in ihren Armen. Sie stammt aus der Zeit um 1470.

Bild: By Cavaliere grande [CC BY-SA 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)], from Wikimedia Commons

Die mittelalterliche Kirche St. Marien und Christophorus im fränkischen Kalbensteinberg ist die „Kirche des Monats September 2018“ der Stiftung zur Bewahrung kirchlicher Baudenkmäler in Deutschland.

Der im 15. Jahrhundert errichtete Saalbau ist seiner Kunstschätze wegen ein beliebter Anziehungspunkt für Touristen. Die von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) gegründete Stiftung fördert die Sanierung von St. Marien und Christophorus in diesem Jahr mit 15.000 Euro.
 
Die reiche Ausstattung der Kirche ist dem Nürnberger Patriziergeschlecht der Rieter zu danken. Die adelige Familie ließ das Bauwerk aus Sandstein 1464 errichten; heute zeigt sich das auch als „Fränkisches Schatzkästlein“ bezeichnete Gebäude weitgehend im Zustand von 1613, als es Hans Rieter kunstsinnig renovieren und dabei mit wertvollen Kunstobjekten ausstatten ließ, die im Zuge der Reformation aus anderen Kirchen entfernt worden waren.

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Augenfällig sind die reich geschnitzten, im Renaissance-Stil gehaltenen Emporen der so genannten Rieter-Kirche. Auch das Chorgestühl ist mit kunstvoll geschnitzten Figuren verziert. Die Seitenaltäre werden dem Lehrer Albrecht Dürers, Michael Wohlgemut (bzw. dessen Schule) zugeschrieben. Neben der Sakristeitür ist eine Terrakotta-Figur zu finden: Maria mit dem Kind. Die Legende besagt, dass die Figur einst Tränen vergießen konnte.

Die Sanierung der Rieter-Kirche ist umfassend: Das Tragwerk muss erneuert, Turm und Chor müssen neu eingedeckt werden. Auch die Sandsteinfassade ist an vielen Stellen so mitgenommen, dass teilweise handbreite Lücken bestehen. Ein zweiter Bauabschnitt im kommenden Jahr soll dem Kirchenschiff und der Schädlingsbekämpfung gewidmet sein. In der Gesamtkalkulation sind von Kosten in Höhe von rund 1,1 Millionen Euro veranschlagt.
 
Die Stiftung zur Bewahrung kirchlicher Baudenkmäler in Deutschland (Stiftung KiBa) ist eine Stiftung der EKD und der evangelischen Landeskirchen. Seit 1999 hat sie Zusagen für Sanierungsvorhaben in Höhe von 31 Millionen Euro geben können. Für dieses Jahr hat die KiBa bereits Förderzusagen über mehr als 1,7 Millionen Euro vorgesehen. Mehr als 3.500 Mitglieder engagieren sich bundesweit im „Förderverein der Stiftung KiBa e.V.“


24.09.2018 / EKD