Tag der Pflege

Verbesserungen finanzieren

Pflegerin und Patientin

Einsatz vor Ort: waschen, pflegen, einfach da sein - der Bedarf an guter Pflege wächst.

Bild: iStockPhoto / Lighthaunter

Am „Internationalen Tag der Pflege“ rufen die Wohlfahrtsverbände das Thema Pflege ins Bewusstsein. Die Diakonie Bayern fordert: "Verbesserungen nicht nur behaupten – sondern auch finanzieren!“.

„Zugegeben: Mit Einführung des Pflegestärkungsgesetzes II zum 1. Januar 2017 hat sich die Situation für viele Pflegebedürftige verbessert. Allerdings: Die Pflege ist noch lange nicht dort, wo sie unserer Meinung nach sein sollte“, sagte der Präsident der Diakonie Bayern, Michael Bammessel, am Vorabend des „Internationalen Tags der Pflege“. Bundesweit demonstrieren morgen Mitarbeitende für eine Verbesserung der Rahmenbedingungen in der Pflege – so auch in Nürnberg. Bammessel: „Es gibt es jetzt fünf Pflegegrade statt der bisherigen drei Pflegestufen. Damit sollen etwa Demenzkranke besser unterstützt werden. Der Personalschlüssel allerdings ist nicht angepasst worden.“

Zitat

Wir brauchen deutlich mehr Geld im System, um die Menschen angemessenen zu pflegen.

Michael Bammessel, Präsident des Diakonischen Werks Bayern e.V.

Erst gestern hatten Mitarbeitende der Diakonie in einem offenen Brief an Bayerns Gesundheits- und Pflegeministerin Melanie Huml darauf hingewiesen, dass die Umstellung auf die neuen Pflegegrade ohne Mehrkosten erfolgen müsse. „Solange aber der Personalschlüssel nicht verbessert wird, nutzen auch neue Pflegegrade nichts“, so Bammessel.  Hier werde eine Qualitätsverbesserung suggeriert, die nicht eingetreten sei. „Wir brauchen deutlich mehr Geld im System, um die Menschen angemessenen zu pflegen.“ Nicht vergessen werden dürften zudem die ambulanten Dienste: "Die Kosten, die mit der Einführung der neuen Regelungen insbesondere im ambulanten Bereich verbunden sind, werden nicht refinanziert.“ Schulung der Mitarbeitenden, Beratung von Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen – all das gehe zu Lasten der Träger.

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Bammessel wies zudem auf die dünne Personaldecke in der Altenpflege hin: „Deutschland fehlt schon heute Pflegepersonal. Und alle Prognosen zeigen: Die Lage wird sich in den kommenden Jahren verschärfen. Gleichzeitig wächst der Bedarf an guter Pflege.“ Imagekampagnen alleine würden nicht ausreichen, um das benötigte Personal zu gewinnen, auch die Arbeitsbedingungen müssten attraktiver sein. Im Blick auf die Bundestagswahl erwarte er darum konsequente Maßnahmen der Politik: „Wir erwarten von allen Abgeordneten, dass sie für eine besser finanzierte Pflege eintreten. Unsere Gesellschaft kann es sich leisten.“

Auch in diesem Jahr wollen am „Internationalen Tag der Pflege“ die Mittelfränkischen Wohlfahrtsverbände das Thema in das Bewusstsein der Gesellschaft rufen. Am Nürnberger Jakobsplatz wird daher am Freitag, den 12. Mai 2017 von 14 – 18 Uhr die Gelegenheit sein, sich über die verschiedenen Angebote der Verbände zu informieren, Informationen zum Berufsbild Altenpflege einzuholen oder um sich mit Profis zur politischen Situation auszutauschen.

Der Internationale Tag der Pflege in Nürnberg ist eine Veranstaltung der Bezirksarbeitsgemeinschaft der freien Wohlfahrtsverbände in Mittelfranken. Mitglieder sind die Bezirksvertretungen der Arbeiterwohlfahrt AWO, Bayerisches Rotes Kreuz, Caritas, Diakonie sowie des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes.


11.05.2017 / Diakonisches Werk Bayern