Innovationspreis für Ehrenamt

Auszeichnung für eine bessere Gesellschaft

 Innovationspreis für Ehrenamt

Vlnr. Felix Breitenbach, Sebastian Lieret, Daniela Kroner, Emila Müller, Nadine Bentheimer, Regina Wenning, Annika Weiß, Angelika Luger

Bild: Evangelische Landjugend in Bayern

Der Kreisverband Ansbach der Evangelischen Landjugend in Bayern (ELJ) ist vom Sozialministerium mit dem Bayerischen Innovationspreis für Ehrenamt 2018 ausgezeichnet worden.

Die ELJ erhielt die Auszeichnung für ihre interaktive Stadtführung zu Orten des Nationalsozialismus in Ansbach. Das Projekt war als eines von sechs aus 250 Bewerbungen ausgewählt worden. Die Verleihung stand dieses Jahr unter dem Leitthema „Demokratie stärken: Mitmachen und teilhaben! Antworten aus dem Ehrenamt.“ Ausgelobt wurde der Preis vom Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration und ist mit 10.000 EURO notiert. 

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Staatsministerin Emilia Müller betonte bei dem Festakt, dass es Aufgabe des Staates ist, Rahmenbedingungen zu schaffen, damit sich möglichst viele Menschen engagieren können. Sie lobte, dass in Bayern fast jeder zweite Über-14jährige ehrenamtlich aktiv sei. Damit werde ein großer Beitrag für das Gelingen der Gesellschaft geleistet. Bei der Preisverleihung dankte Emilia Müller allen Engagierten für ihren Einsatz und Fachkompetenz. Das Ehrenamt bezeichnete sie als unverzichtbar für eine lebendige Gesellschaft. 

Seit zwei Jahren arbeiten Jugendliche des ELJ-Kreisverbands daran, die Erinnerung an die Zeit des Nationalsozialismus in Ansbach lebendig zu halten. Mit einer Stadtführung bringen sie Jugendliche zu Plätzen der Stadt, die in der Zeit des Nationalsozialismus eine besondere Rolle gespielt hatten. Ziel sei es, die Geschichte erlebbar zu machen und sich aktiv mit der Zeit des Dritten Reiches auseinanderzusetzen. Kreisvorsitzende Daniela Kroner erklärte bei der Ehrung im Hubertussaal in Schloss Nymphenburg: „Diese Vergangenheit hat was mit uns zu tun, weil sie direkt vor unserer Haustür geschah.“

Derzeit arbeitet die Gruppe an einer Weiterentwicklung der Stadtführung mittels einer App. Mit Hilfe ihres Smartphones sollen sich Jugendliche, aber auch Erwachsene mit der Vergangenheit und den Werten der Demokratie ganzheitlich auseinandersetzen. Welche Strukturen in einer funktionierenden Demokratie greifen und welche Mechanismen durch eine Diktatur ausgeschaltet werden, soll durch interaktive Elemente und moderne Medien erfahrbar werden.

Ein Schwerpunkt der digitalen Stadtführung wird der Ansbacher Bahnhof sein. Wo heute täglich viele Schülerinnen und Schüler laufen, mussten einst Häftlinge des Konzentrationslagers Flossenbürg Bombentrichter räumen. In Eyb soll an die damals aktive Hitlerjugend erinnert werden. Weitere Stationen werden das ehemalige Lebensborn Übergangsheim in Schalkhausen und die Kirche in Ansbach sein.

Für die weitere Umsetzung des Projekts wird eine Zusammenarbeit mit dem Gymnasium Carolinum und der Robert Limpert Berufsförderschule in Ansbach angestrebt. Das Preisgeld soll für die mediale Umsetzung, sowie für einen Besuch des Konzentrationslagers Flossenbürg verwendet werden. 


20.03.2018 / ELJ