Hörfunk-Tipp Pfingstgottesdienst

„Was tötet den Geist, was tut der Seele gut?“

JVA Stadelheim Anstaltskirche Altar

An diesem Altar der Anstaltskirche in der Justizvollzugsanstalt München-Stadelheim wird der Gottesdienst zum Pfingstfest am 15. Mai 2016 gefeiert.

Bild: Anstaltskirche

Der Gottesdienst zum Pfingstfest am Sonntag, 15. Mai 2016, aus der Kirche in derJVA Stadelheim wird im Bayerischen Rundfunk (Bayern 1) und im Deutschlandfunk ausgestrahlt. Beginn ist 10.05 Uhr.

Ein Gefängnis ist eine Welt für sich, abgeschlossen. Und das mitten in München. Ein Gefängnis ist ein Ort, an dem Menschen aus über 77 Nationen zusammenleben. Da herrscht aus vielen Gründen ganz schnell die sprichwörtliche babylonische Sprachverwirrung. Dann ist das einzig gute Wort, das ein Mensch in seiner Sprache bekommen kann, eine Bibel. In 44 Sprachen sind sie in diesem Gefängnis vorhanden, um der Babylonischen Sprachverwirrung entgegen zu treten.

„Kennt ihr das Haus,
das kein Zuhause sein darf,
wo Menschen leben ohne Wohnrecht und Wärme?

Kennt ihr das Haus,
das mehr verschlossene Türen hat
als jedes andere Haus,
verschlossene Türen für Menschen
in Beziehungsnöten?

Kennt ihr das Haus
am Ende der Gesellschaft,
am Rande des Wahnsinns?“

Mit diesen Zeilen hat ein Mann das Gefängnis München Stadelheim beschrieben, sein Haus, sein Gefängnis. Aus der Anstaltskirche dieses Gefängnisses, der Justizvollzugsanstalt (JVA) München-Stadelheim, wird der Gottesdienst zum Pfingstfest am 15. Mai 2016 von Bayern1 und dem Deutschlandfunk übertragen. Beginn ist 10.05 Uhr.

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In diesem Gottesdienst soll die Mauer zwischen draußen und drinnen ein wenig durchlässig werden. Liturgen sind die beiden Anstaltsseelsorger Pfarrer Felix Walter und Diakon Richard Strodel. Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler hält die Predigt. Texte, Lesungen und Gebete sind von Gefangenen geschrieben und werden auch von ihnen vorgetragen. Es singt der Chor, der jeden Samstag unter der Leitung von Hans Martin Rauch im Rahmen der Seelsorge übt. In ihm versammeln sich Angehörige verschiedener Nationen und Religionen und finden eine gemeinsame musikalische Sprache.

An Pfingsten bittet die Gemeinde in der JVA um den gleichen Geist, wie die Kirchengemeinden draußen, um Gottes Heiligen Geist, der tröstet und frei macht. Den brauchen Menschen in einer JVA genauso, wie Menschen draußen, vielleicht sogar noch dringender. Denn alle sind und bleiben Menschen. Keine Untat, wie schwer sie auch wiegt, kann das jemals ändern.


11.05.2016 / ELKB