Gedenkveranstaltung in Nürnberg

Hiroshima mahnt

Plakat Hiroshimatag 2016

Jährlich erinnern Friedensorganisationen an die rund 200.000 Toten der Atombombenabwürfe in Hiroshima und Nagasaki und die zahlreichen weiteren Opfer von Atombombentests im Pazifik, Algerien und der Maralinga-Wüste von Australien.

Bild: Mission Eine Welt

Am 6. August 2016 jähren sich die Atombombenabwürfe von Hiroshima zum 71. Mal. Mission EineWelt lädt mit vielen anderen lokalen Initiativen am Vorabend des Gedenktages nach Nürnberg ein. 

Am 6. August 1945, vor 71 Jahren, zerstörte eine amerikanische Bombe die japanische Stadt Hiroshima. Der Abwurf dieser Bombe und ein zweiter Abwurf am 9. August auf Nagasaki sind weltweit zu einem Symbol für die menschen- und umweltverachtende Atomtechnologie geworden. Jährlich erinnern deshalb Friedens- und Menschenrechtsaktivisten - darunter auch Mission EineWelt und die Pazifik-Informationsstelle - an die rund 200.000 Toten dieser Tests und an die zahlreichen weiteren Opfer von Atombombentests im Pazifik, Algerien und der Maralinga-Wüste von Australien.

Binnen Sekunden starben am 6. August in der japanischen Stadt Hiroshima und am 9. August 1945 in Nagasaki fast 70.000 Menschen, und in den vier Monaten danach weitere 130.000. Bis heute sind die nachfolgenden Generationen durch genetische Schäden belastet. Auf den Testgeländen im Pazifischen Ozean haben sich Flora und Fauna noch nicht von der radioaktiven Verstrahlung erholt.

„Hiroshima mahnt! Keine zivile und militärische Nutzung von Kernenergie! Atomwaffenfrei jetzt!“ - mit diesen Forderungen erinnern Friedensgruppen weltweit am "Hiroshima-Gedenktag" der Opfer von Atombombentests im Pazifik, der vom gesundheitsschädlichen Uranabbau betroffenen indigenen Bevölkerung in Australien und Afrika, ebenso der Opfer von Uranmunition in Irak und Afghanistan und der Opfer der Atomkraftwerksunfälle von Tschernobyl und Fukushima.

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Mission EineWelt lädt mit vielen anderen lokalen Initiativen und Organisationen am Vorabend des Gedenktages nach Nürnberg ein. Am Freitag, 5. August, findet zwischen 21 und 23 Uhr an der Fleischbrücke in Nürnberg eine Veranstaltung unter der Überschrift "Gedenken reicht nicht - atomwaffenfrei jetzt!" statt. Die Veranstalter fordern einen internationalen Atomwaffen-Verbotsvertrag. Die UN-Vollversammlung hat dazu im Dezember letzten Jahres mit 2/3-Mehrheit eine offene Arbeitsgruppe eingesetzt, an der sich über 100 Staaten beteiligten.

Die Veranstalter fordern die Bundesregierung zudem auf, an dieser Arbeitsgruppe konstruktiv mitzuwirken entsprechend der Mehrheitsmeinung der deutschen Bevölkerung: Für eine Abschaffung und ein Verbot aller Atomwaffen. Sie fordern entsprechend des Bundestagsbeschlusses aus dem Jahr 2010, den Abzug der letzten 20 US-Atomwaffen aus Büchel (Eifel) zu veranlassen und keine Soldaten und Flugzeuge mehr für nukleare Einsätze zur Verfügung zu stellen. Sie bitten die Bundesregierung, sich gegenüber den USA und in der NATO gegen die "Modernisierung" der Atomwaffen und für eine Änderung der Strategie einzusetzen, um die Eskalationsgefahr in der Krise mit Russland zu verringern.

Mission EineWelt gestaltet im Auftrag der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern die partnerschaftlichen Beziehungen zu Kirchen in Afrika, Lateinamerika und Pazifik/Ostasien und setzt sich in Deutschland für die Anliegen der Einen Welt ein.

 


29.07.2016 / Mission EineWelt